Thema: Dem Schicksal entgegen
Diskutiere im Der Dorfkrug Forum über Dem Schicksal entgegen. Zum unzähligsten Male starrte Finrod auf die Tür, wollte sie aufreißen um seiner Gattin zur Hilfe zu eilen. Doch er wusste, dass er absolut nichts tun konnte, auch wenn ihre Schreie, welche so markerschütternd durch die Tür drangen, ihn tief im Innersten schier zerrissen. So ...
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Alt 10.08.2008, 16:15   #1
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Dem Schicksal entgegen

Zum unzähligsten Male starrte Finrod auf die Tür, wollte sie aufreißen um seiner Gattin zur Hilfe zu eilen. Doch er wusste, dass er absolut nichts tun konnte, auch wenn ihre Schreie, welche so markerschütternd durch die Tür drangen, ihn tief im Innersten schier zerrissen. So manches Mal hatte er die Hand an der Klinke und wollte sie hinunter drücken, doch eben so oft liess er die Hand wieder sinken und setzte seinen unruhigen Gang durch den kleinen Raum fort.

Dann wurde es schlagartig derart still ~ man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Nun wurde Finrod noch unruhiger. Warum hörte man nichts mehr? War seiner Gattin etwas zugestossen?

„Nessa!“ , rief er laut und stürzte in den Raum. Seine Frau lag ihm ehelichen Gemach, ihre Haare zersaust und durchnässt vom Schweiß, wie auch ihr Gesicht. Ihre Augen sahen müde aus ~ müde aber glücklich. Die Heilerin, welche er am Vorabend selbst in sein Haus geholt hatte, stand mit dem Rücken zu ihm, ihren Kopf zur Tür gerichtet, den Eindringlich milde zulächelnd.

Finrod stürzte auf das Bett zu „Liebes, geht es Dir gut? Ich hörte Dich schreien…“ seine Stimme erstarb, derart dumm kamen ihn seine Worte vor. Er kniete sich neben das Bett und ergriff ihre Hand. Bevor Nessa überhaupt antworten konnte, erfolgte ein erneuter Schrei ~ heller…

„Eure Tochter begrüsst Euch, werter Herr“, hörte er die Heilerin sprechen, drehte sich zu dieser um und erblickte das kleine Bündel, welches die alte weisshaarige Frau in den Armen hielt.
Ungläubig blickte er seine Frau an, welche nur müde lächelnd nickte, dann stand er auf und ging langsam auf die Heilerin zu.

„Es … sie ist so winzig“, stammelte er, nachdem er an die Heilerin heran getreten war, seine Tochter zu begutachten.
Die Heilerin lächelte milde. „Das sind Kinder meist, wenn sie gerade erst das Licht der Welt erblicken, werter Herr“

Mit diesem Worten hielt sie Finrod das kleine Bündel hin. Finrod starrte auf das kleine Bündel. Er war es gewohnt einen Zweihänder zu tragen, diesen mit sicherer Hand zu führen, doch ein derart zerbrechliches Wesen halten? Die Heilerin nickte ihn aufmunternd zu, während sie das Neugeborene ihm immer noch entgegen streckte.

Zögerlich öffnete er seine Arme und ehe er sich versah, lag seine Tochter schon in seinen Armen. Kleine grüne Augen starrten ihn einen Augenblick ruhig an ~ füllten sich langsam mit Tränen. Das kleine Gesichtchen verzog sich langsam zu einer Fratze, der kleine Mund öffnete sich und es erfolgte ein erneuter greller Schrei, der Finrod durch Mark und Bein ging.

Behutsam, doch eiligst trug er es zum Bett seiner Gattin, welche nun ebenfalls die Arme entgegen streckte, um ihr Kind in selbige zu schließen.

„Es wird hungrig und müde sein, die Reise auf diese Erde war doch recht anstrengend“, bemerkte die Heilerin, welche direkt schmunzeln musste, mit welcher übertriebenen Vorsicht der Kindesvater agierte.


Nessa nahm das Kind entgegen, legte es sogleich an ihre Brust welche noch keine Nahrung von sich gab. Doch dies schien dem Kinde nicht zu stören, sofort hörte es auf zu schreien und schlief sogleich ein.

Finrod nahm die Gelegenheit wahr, sich das Mädchen genauer anzusehen, dabei stets einen fragenden Blick gen Nessa gerichtet, ob es ihr auch Recht wäre.

Das kleine Mädchen hatte rotbraunes Haar, wie ihre Mutter, die Nase wie ihre Mutter ~ natürlich nur kleiner. Auch hatte es die vollen Lippen ihrer Mutter… Kurzum schien sie das Abbild ihrer Mutter zu sein… Er konnte sein Blick kaum von dem kleinem Wunder lösen.

„Wie soll sie heissen?“fragte die Heilerin leise, dass Neugeborene nicht wecken wollend

„Kiara“ kam es zeitgleich aus dem Munde der frischgebackenen Eltern.

Kìara wuchs zu einem ~ für ihre Rasse recht zierlichen ~ Elfenkind heran. So manches Mal hörte sie ihren Vater zur Mutter sagen *Bist du sicher, dass sie nicht Gnomblut in sich trägt?*

Obwohl es sich für Kìara nicht nett anhörte, lachte ihre Mutter jedes Mal und erwiderte *nur, wenn es Deine Familie vererbt*.

Es fehlte ihr an nichts. Ihre Mutter schenkte ihr viel Aufmerksamkeit. Oft schlief sie im Bett ihrer Eltern, wenn ihr Vater wieder einmal nicht Heim
kam. Sie fragte sich oft, warum ihr Papa nicht nach Hause kam ~ von ihrer Mutter hörte sie dann, dass ihr Vater arbeiten war.

„Mama?“, stand die mittlerweile fünfjährige vor ihrer Mutter
„Ja, Liebes?“
„Was ist *arbeiten?*“, Nessa seufzte leise, denn sie hatte es Kìara schon so einige Male versucht zu erklären. Immer dann, wenn die Kleine zu ihr kam, sie sacht an ihrer Robe zog, wusste sie, dass Kiara ihren Vater ebenso vermisste, wie sie ihren Gatten. Doch wie sollte sie ihrer Kleinen erzählen, dass ihr Vater von einer Schlacht in die Andere zog…

Oft glaubte sie, sie hätte Kìara es derart schlüssig erklärt das sie es auch verstand, denn stets nickte die Kleine dann stumm und widmete sich wieder ihrem Spielzeug. Doch irgendwann ~ auch mehrmals am Tag ~ stand die Kleine wieder vor ihr und fragte wieder:

„Mama, was ist *arbeiten?*“ Nessa legte das Tuch beiseite, mit dem sie gerade das Geschirr abtrocknete, nahm ihre Tochter auf dem Arm, setzte sich ~ ihre Tochter auf dem Schosse nehmend und erklärte es ihr geduldig noch einmal ~ so als wäre es das erste Mal.

„Ja, Kleines ~ was ist arbeiten... Weißt du, es gibt vieles was man selbst herstellen kann. Ich bin eine Magierin und kann für uns Brot und Wasser herbei zaubern. Doch sicherlich möchtest du nicht jeden Tag Brot essen und Wasser trinken, oder?“, Wie jedes Mal schüttelte die Kleine den Kopf.

„Siehst du: Für alles was wir nicht selbst herstellen können, brauchen wir Taler um diese zu bezahlen. Es gibt verschiedene Taler: aus Gold aus Silber und aus Bronze. Wenn du also etwas haben möchtest, was ein Anderer hat, kannst du fragen ob du es haben kannst ~ für Taler. Da wir aber Taler nicht Alleine herstellen können, müssen wir *arbeiten*, dass heißt das wir für Andere Dinge tun, oder Sachen verkaufen und dafür halt Taler bekommen. Wie der Gastwirt, der Dir keine Limonade gibt, weil du so schönes, langes rotes Haar hast, sondern weil Deine Mama ihm Taler gibt.“ damit war für Nessa das erklären beendet, gleich würde Kiara von ihrem Schoss runterhüpfen und sich wieder ihrem Spiel widmen.

Doch weit gefehlt, Kiara blieb sitzen ~ schien einen Augenblick zu überlegen und fragte dann, ihre Mutter, sie aus ihren großen grünen Augen anschauend:

„Und was arbeitet Paps?“ Nessa schien das Blut in den Adern zu gefrieren. Was sollte sie dem Kinde nur antworten? Belügen wollte sie es nicht, doch empfand sie Kiara noch viel zu klein….

„Weißt du…“ stammelte sie „Es gibt Wesen die nicht lieb sind und die Anderen immer alles wegnehmen wollten, oder ihnen grundlos wehtun. Dein Papa beschützt uns vor solchen Wesen und jagt sie wieder fort.“

Kiara schien über die Worte ihrer Mutter angestrengt nachzudenken, denn ihre kleine Stirn legte sich in Falten und sie biss sich auf die Unterlippe...

Nessa atmete erleichtert auf, als Kiara wortlos von ihrem Schoss rutschte und aus dem Kochraum ging. Nun würde sie sicherlich in die Wohnstube gehen, sich ihr Spielzeug nehmen, welches ihr Vater liebevoll geschnitzt hatte, und spielen.

Doch dies tat Kiara diesmal nicht… Nessa sah noch, wie sie nach hinten in den kleinen Garten lief… *Blumen ~ sie wird
Es kitzelte so lustig, wenn das Gras die kleinen Füsschen streife, welche sich in Richtung Wald fortbewegten. Kiara war aus dem Garten gelaufen. Vielleicht konnte sie ja ihren Papa helfen auf die Sachen aufzupassen?

Leider dachte Kiara überhaupt nicht daran, dass sie gar nicht wusste *wo* ihr Papa arbeitete. Es würde schon irgendwo in der Nähe sein, denn es sind ja *unsere* Sachen ~ so dachte sie.

Sie hatte den Wald fast erreicht, den sie nicht einmal zielstrebig anvisiert hatte, schon war sie fasziniert von den Tieren, die sich dort tummelten. Langsam schlich sie sich an einen Feuervogel heran. So ein derart schönes Tier hatte sie noch nie gesehen. Er schwebte knapp über den Boden und war herrlich anzusehen. Kiara kniete sich hin und hielt den Atem an, um das scheue Tier ja nicht zu erschrecken.

Sie wollte gerade weitergehen, als sie ein Mädchen sah. Es hatte blassrosa Haare, die sie zu zwei Zöpfen gebunden hatte und riesige Augen… Dieses Mädchen ging auf den Feuervogel zu und warf etwas nach ihm. Der Vogel schrie auf und wehrte sich. Immer wieder warf das Mädchen etwas nach dem Feuervogel.

Kiara trat schnell aus der Böschung heraus und rief dem Mädchen zu, es sollte doch den Vogel in Ruhe lassen, wedelte dabei wild mit ihren kleinen Ärmchen. Sie konnte nicht verstehen, warum das Mädchen dem Tier wehtat.

Der Vogel brach zusammen und das Mädchen funkelte nun Kiara böse an, warf dann ebenfalls etwas in ihre Richtung. Es leuchtete grell. Kiara schrie auf, als der Feuerball sie traf ~ sie zurückschleuderte. Tränen schossen ihr in die Augen und sie biss die Zähne zusammen.

Still blieb sie liegen, biss weiterhin die Zähne zusammen in der Hoffnung das Mädchen würde dann gehen. Sogar den Atem hielt sie an solange es ging und lauschte ob sich ihr Schritte näherten.

Nach einer kleinen Weile, als nichts weiter zu hören war, versuchte sie sich leicht aufzurichten. Ein brennender Schmerz breitete sich in ihrer Brust aus… Kiara begann leise zu weinen, rief im Stillen nach ihrer Mama…

~

Nessa hatte ihre Hausarbeit beendet. Die Sonne neigte sich bereits und es war Zeit Kiara hinein zu holen, sie zu baden und zu Bett zu bringen. Nessa trat hinaus in den Garten und blieb wie angewurzelt stehen, denn hier war keine Kiara.

Panik breitete sich langsam in ihr aus, nachdem sie auch den kleinsten Winkel des Gartens durchsucht hatte, sah dass das Tor offen stand. Sie eilte zurück ins Haus, griff nach ihrem Stab und machte sich auf dem Weg nach ihrer Tochter zu suchen. Die Kleine hatte sich noch nie so weit entfernt.

Stundenlang lief sie die Strasse auf und ab, befragte jeden Passanten den sie traf. Die Sonne war nun schon gänzlich untergegangen und die Panik breitete sich in Nessa immer weiter aus...

Sie nahm ein Stück Holz, welches am Wegesrand lag und entzündete es, um besser sehen zu können. Immer wieder rief sie den Namen ihres Kindes

„Mama? Mama, hier bin ich“ hörte Nessa ein kleines Wimmern.
„Kiara? Kiara ~ wo? Mama kann Dich nicht sehen!“
„Hier, Mama, hier!“ hörte sie die Kleine abermals.

Kiara lehnte an einem Baum, sich den Bauch haltend, das kleine Gesichtchen war tränenüberströmt und die kleinen Augen sahen Nessa schmerzerfüllt und ängstlich an. Schnell lief sie auf ihre Tochter zu ~ ging in die Knie, erschrak hinsichtlich der Wunde die Kìara davon getragen hatte.

Behutsam nahm sie ihr Kind auf dem Arm und trat den Heimweg an, dabei leise und beruhigend auf das Kind einredend. Die Kleine hatte ihren Kopf an Mama´s Brust gelehnt, umklammerte mit ihrer freien Hand ihren Hals.
mit den Blumen reden, oder mit jedem noch so kleinem Tier, welches seinem Weg zufällig in den Garten findet….


Die Priesterin, welche Kiara einst auf die Welt half war schon lange gegangen, Finrod stand am Bettchen seiner nun schlafenden Tochter und blickte noch einmal sorgenvoll auf sie herab.

Nessa stand immer noch kreidebleich hinter ihm, fasste ihn dann nach einer Weile auf die Schulter und deutete an, sie mögen das Zimmer verlassen. Finrod nickte, folgte seiner Gattin und schloss dann leise die Tür.

„Wie konnte das nur passieren?“, fragte er Nessa zum wiederholten Mal. Nessa liess die Schultern sinken, den Blick den ihres Gatten ausweichend.

„Ich weiss es nicht ~ auch wenn du mich das hundert Mal fragst. Sie fragte ~ wie so oft ~ was *arbeiten* ist, ich habe es ihr ~ wie so oft ~ erklärt. Dann fragte sie, was Du arbeitest und ich sagte nur, dass du Sachen beschützt, damit sie keiner wegnimmt“ Nessa ging langsam zum Fenster der Wohnstube, in welche sie gegangen waren und schaute in die Nacht hinaus.

„Wie kannst du ihr nur so etwas derart Dummes erzählen?“, kam es ärgerlich von Finrod.
Nessa atmete tief auf, ihre Verzweiflung wandelte sich in Wut. Sie drehte sich zu ihrem Mann um und sah ihn wütend an.

„Was hätte ich der Kleinen denn sonst erzählen sollen? Das du Gnome, Zwerge, Menschen und andere Allianzer abschlachtest wie Vieh, wenn sie unser Gebiet betreten und wir von dem Leben, was sie bei sich trugen?“ Finrod wurde hochrot im Gesicht und musste sich mühen nicht laut zu werden.

„Was heißt hier *Abschlachten wie Vieh*? Ich verteidige unser Land, unser Volk! Glaubst du es macht mir Spass? Das ist aber kein Grund unser Kind aus den Augen zu lassen, “ er deutete Richtung Tür, hinter der Kiara schlief, „Glaubst du, DAS war einer von uns? Glaubst du ein Hordler würde dies einem kleinen Kind antun?“ wenn auch leise, so überschlug sich fast seine Stimme.

Nessa drehte sich wieder gen Fenster, bevor sie antwortete „Wenn du nicht stets solange fort wärst, würde die Kleine Dich nicht stets derart missen müssen. Sicherlich wollte sie zu Dir!“

„Natürlich ~ ich kann ja Daheim bleiben. Dann ist es eben egal, ob unsere Feinde uns Haus und Hof nehmen. Und wovon willst du auf Dauer leben? Selbst wenn ich ein Schmied wäre, oder irgendetwas Anderes – so wäre ich außer Haus und das weißt du!“ Antwortete er lauter, als er es eigentlich wollte.

Nessa zuckte mit den Schultern, bevor sie leise sagte“Es gibt genügend Leute, die unser Land verteidigen. Wenn Du Schmied wärst bräuchte ich wenigstens keine Angst haben, dass du gar nicht mehr Heim kommst.“

Finrod liess die Arme, mit denen er eben noch wild umherwedelte um seine Worte zu unterstreichen, sinken. Es hatte keinen Sinn seiner Frau abermals zu erklären, warum es ihn auf das Schlachtfeld zog. Er konnte ihre Angst ja verstehen, doch er war nun einmal Krieger mit Herz und Seele. Eine Tatsache, die ihr bekannt war, als sie sich kennen gelernt hatten.
Er ging auf Nessa zu und legte von hinten sacht seine Arme um sie, Nessa lehnte sich hingegen an seine Brust. Schweigend standen sie nun da und hingen ihren Gedanken nach…

Sie hatten nicht bemerkt, dass ein kleines Wesen am Türrahmen stand, in einem langem Schlafgewand gehüllt und mit nacktem Füsschen, ihre Puppe in der Hand den Streit ihrer Eltern belauschend ~ Kiara

Leise hatte sie nach ihrer Mama gerufen, wollte nach einem Becher Wasser fragen. Ihre Kehle war trocken und ihr so warm, die Priesterin sagte sie hätte Fieber. Obwohl die Wunde noch wehtat, stand sie auf. Sie hatte ihren Paps gehört und wollte ihn begrüßen.

Sie verstand vieles nicht von dem worüber ihre Eltern gesprochen hatten, doch sie verstand das Mama und Paps sich wegen ihr stritten. Sie verstand das Paps gar nicht auf andere Sachen aufpasst. Paps machte etwas Schlimmes und Mama hatte sie angelogen. Doch was Paps nun *arbeitete* hatte sie nicht verstanden.

Sie wollte wieder leise zurück in ihr Bettchen gehen, Mama und Paps nicht stören. Sie schienen sich ja wieder vertragen zu haben. Sie drehte sich um, ein paar Schritte gehend. Dann wurde ihr schwindelig und schwarz vor den Augen.

Finrod und Nessa drehten sich erschrocken um, als sie ein leises dumpfes Geräusch hörten. Es war Kiara, welche ohnmächtig auf den Boden aufschlug.

Nessa wachte nun Tag und Nacht am Bette ihres Kindes, welches seit nun mehr zwei Tagen nicht erwacht war. Auch Finrod verliess nur noch selten das Haus. Am dritten Tage schlug Kiara endlich die Augen auf. Ihre Mutter lag angezogen neben ihr auf dem Bettchen, einen Arm um Kìaras gelegt.

„Mami?“ flüsterte die Kleine. Sofort war Nessa hellwach und strich ihrer Tochter durch Haar. Tränen der Erleichterung liefen ihr über die Wangen, als sie nach ihrem Gattten rief, welcher auch sogleich in das Zimmer stürmte.

„Hallo Kleines… da bist du ja wieder!“ die Stimme Finrods klang freundlich und heiter. Seine Tochter sollte nicht erfahren, welch Sorgen er sich gemacht hatte. Nessa streichelte weiter das Haar ihrer Tochter und küsste sie immer wieder auf die Stirn.

„Ich habe Durst…“ sagte Kìara leise, was Nessa dazu veranlasste sofort aufzuspringen und etwas Wasser zu holen. Den Becher hielt sie Kìara hin, die gierig kleine Schlucke nahm, bevor sie wieder einschlief.

Finrod deutete seiner Frau an ihm nach Draußen zu folgen, doch diese schüttelte vehement den Kopf. Also ging er zu ihr hinüber und fasste sie sacht am Arm. [/i]
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Alt 10.08.2008, 16:15  
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AW: Dem Schicksal entgegen

Hast du schon im Lösungsbuch nachgelesen? Eventuell hilft dir das ja weiter...
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Alt 10.08.2008, 16:17   #2
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AW: Dem Schicksal entgegen

„Liebes, sie scheint über den Berg zu sein. Die Heilerin sagte, wir dürften guter Hoffnung sein, wenn die Kleine erwacht. Gönn nun auch Dir etwas Ruhe!“

Widerwillig stand Nessa auf und ließ sich von ihrem Gatten aus dem Kinderzimmer führen. Er hatte ihr, wie an den vergangenen Tagen, ein wenig Brot, Fleisch und etwas Obst hergerichtet. Nessa erblickte die liebevoll angerichtete Tafel, winkte jedoch ab.

„Wenn du Dich zu Tode hungerst nützt das unserer Tochter auch nicht!“ sprach er liebevoll mahnend und drückte sie sacht auf den Stuhl, welcher vor dem reichlich gedecktem Tische stand. Doch so sehr sie sich auch mühte, sie bekam keinen Bissen hinunter.

„Ich möchte noch einmal nach ihr sehen, Finrod, mir ist doch…“ begann sie leise, doch bevor sie zu Ende sprechen konnte, legte Finrod seinen Zeigefinger auf ihre Lippen, während er mit der anderen Hand liebevoll über ihren Nacken strich.

„Sei vernünftig. Ruhe dich ein wenig aus. Iss etwas und entspanne ein wenig. Leg Dich hin, ich verspreche Dir, ich werde sie nachher in unser Bette tragen, ohne dass sie erwacht. Doch Du musst Dich stärken, denn so wie ich unsere Kìara kenne wird sie schnell wieder auf den Beinen sein, da wirst du Deine Kraft brauchen.“

Er lächelte und versuchte zuverlässig zu klingen. Das sie heute erwacht war, war ein gutes Zeichen. Es musste einfach ein gutes Zeichen sein!

Nessa nickte und nahm widerwillig ein Stück Brot, brach es und schob es sich in den Mund. Obwohl sie seit dem Vorfall nichts mehr zu sich genommen hatte, musste sie sich mühen den Bissen hinunter zu schlucken. Finrod gab nicht eher Ruhe, bis sie die Scheibe Brot und auch einige der Trauben gegessen hatte.

Dann stand er auf und geleitete sie ins Schlafgemach, schlug die Bettdecke beiseite, schüttelte noch einmal das Kopfkissen auf und deutete ihr an sich schon einmal hinzulegen, während er Kìara holen wollte. Dankbar nickte sie ihren Gatten zu, doch kaum lag sie, war sie auch schon eingeschlafen ~ bekam kaum mit, wie Finrod mit der in seinen Armen schlafenden Kìara ins Zimmer trat, das Mädchen behutsam neben sie bettete, bevor auch er sich für die Nacht zurecht machen ging.

Tage und Woche vergingen. Kìara erholte sich langsam aber stetig. Bald erinnerte nichts mehr an diesen tragischen Tag ~ so schien es. Doch Kìara war stiller geworden. Nur noch selten hörte man ihr Lachen durch Haus schallen.

Finrod hatte sich nun zur Stadtwache abkommandieren lassen. Eine sehr eintönige und langweilige Arbeit wie er fand, doch wollte er ~ zumindest vorerst ~ in der Nähe seiner kleinen Familie bleiben.

Sanft und spielerisch versuchten sie Kìara zu entlocken was an diesem Tag geschehen war, doch die Kleine hüllte sich in Schweigen, bis zu jenem Tag.

Auf einen ihrer Spatziergänge sahen Mutter und Tochter einen Drachenfalken. Das kleine Gesichtchen verfinsterte sich schlagartig. Nessa, die dies beobachtete kniete sich vor Kìara, ihre Hände an den Hüften des Mädchens sah sie zu der Kleinen auf und fragte ob so ein Vogel denn böse zu ihr gewesen sei.

Kìara schüttelte wild das kleine Köpfchen.

„Das Mädchen war böse…“ sagte die Kleine unhörbar. Nessa horchte auf.
“Welches Mädchen, Liebes? Was hat das Mädchen denn getan?“

Kìara´s Lippen wurden schmal, bildeten sich zu einem Schlitz, die grünen Äuglein kniff sie zusammen. Sie mochte an diesen Tag nicht mehr denken, doch jedes Mal wenn sie die Augen wieder aufmachte sah sie den Drachenfalke, der friedlich in der Nähe hin und her flatterte, so als würde er daran erinnern wollen.

Kìara schlang ihrer Mutter die Arme um den Hals und begann bitterlich zu weinen. Nessa versuchte sie so gut es geht zu trösten und sprach leise auf sie ein. Das sie ja da wäre und Niemand Kìara etwas tun dürfte. Die Mama war da und würde aufpassen. Während sie sprach stand sie auf, das Kind fest in ihren Armen haltend, bis sie eine Bank erreichten. Sie setze sich auf selbige, Kìara auf ihren Schoss. Wiegte das Mädchen hin und her, bis es sich beruhigte…

„Da… da war ein Mädchen, mit rosa Haaren. Sie war sogar kleiner als ich“ schluchzte sie und Nessa hatte Schwierigkeiten sie zu verstehen, da Kìara ihr Gesicht in ihre Bluse vergrub.

„Das hat nach dem schönen Feuervogel etwas geworfen und der hat so doll geschrieen. Ich wollte doch den Feuervogel nur helfen…“ wieder begann die Kleine hemmungslos zu weinen. Nessa streichelte sie beruhigend und wartete bis die Kleine sich beruhigt hatte.

Sie fragte nicht weiter, denn den Rest konnte sie sich wohl denken. Ihr Kind war derart tierlieb, dass es dem Tier sicher zur Hilfe eilen wollte. Nach Kìara´s Beschreibung muss es sich um einen weiblichen Gnom gehandelt haben ~ wohl eine Magierin.

Nessa hielt vor Empörung den Atem an. Bisher hatte sie die Gegenseite, trotz vieler unberechtigter Plünderungen, stets mit Respekt bedacht. Nie hatte sie von sich aus einen der Allianz angegriffen. Zwar verstand man ihre Sprache nicht, doch hatte sie ihre friedliche Absicht meist durch Gesten verständlich machen können. Sicherlich gab es auch Einige, die ihre Freundlichkeit falsch verstanden und sie angriffen, nur weil sie ihnen zugewinkt hatte, doch schob sie das stets auf die Verständigungsschwierigkeiten.

Ein kleines, hilfloses Mädchen jedoch anzugreifen verschlug ihr die Sprache. Zorn und Hass stieg in Nessa auf und sie schwor sich Niemanden der Gegenseite mehr zu verschonen.
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Alt 10.08.2008, 16:18   #3
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AW: Dem Schicksal entgegen

Sie wartete bis sich Kìara beruhigt hatte, bevor sie den Heimweg antraten. Während Kìara stumm neben ihr her ging, überlegte Nessa wie sie der Kleinen eine Freude machen konnte. Außerdem nahm sie sich vor Finrod zu bitten mit der Kleinen zu reden, sie zu lehren welchen Rassen sie aus dem Wege zu gehen hatte.

Diese verdammten Gnome ~ niedlich anzusehen mit ihren runden Knopfaugen ~ hergerichtet wie Kinder, die keiner Made ein Leid zufügen könnten… Ein kleines Mädchen anzugreifen…
Immer wieder drehten sich ihre Gedanken in Fassungslosigkeit über jenes was ihr Kind ihr berichtet hatte.

Der Rest des Nachmittages verlief schweigend. Sie bereitete Kìara das Essen, badete sie und brachte sie ins Bett. Die Tür ließ sie einen Spalt offen, die Kleine seit dem Vorfall Angst vor der Dunkelheit hatte.

Finrod kam recht spät. Seit er bei der Stadtwache diente kam er zwar jeden Tag heim, doch meist hielt er noch in einer Taverne Einzug. Sein Atem nach selbst gebrannten und Bier riechend, torkelte er dann durch die Tür.
Nessa spürte, wie sehr es ihren Gatten lästig sein musste, nur noch der Stadtgarde anzugehören, wo die einzige Abwechslung zum stundenlangen Herumstehen darin bestand, ein paar streitende Parteien auseinander zu bringen. Erstaunt war er, Nessa noch wach vorzufinden, hatte sie sich doch angewöhnt sich zur Ruhe zu legen, bevor er heim kam. Nun richtete er sich auf einen dieser Diskussionen ein. Sie würde ihn vorwerfen zuviel zu trinken und er würde abwinken und fragen, was sie ihm noch alles nehmen wollte. Doch weit gefehlt.

Als er hörte was seine Gattin ihm zu sagen hatte, schien der Nebel des Alkohols schlagartig zu verblassen. Zorn stieg in Finrod auf. Er hörte sich Nessa´s Bericht zu Ende an, die mit der Bitte endete Kìara zu lehren, wer Feind wer Freund war.

„Nessa ~ unsere Tochter ist fast sechs Jahre alt!“ wandte er ein. Doch als Nessa ihn fragte, ob er eine bessere Idee hätte und das es kaum möglich wäre das Mädchen im Haus einzusperren, schüttelte er mit dem Kopf. Nach dem er eine Weile aus dem Fenster gestarrt hatte, schaute er sie ausdruckslos an. Sämtliche Milde war aus seinem Gesicht gewichen.

„Ich werde sie lehren, Nessa und wenn ich damit geendet habe, werde ich wieder ausziehen ~ Ausziehen, diese Brut zu vernichten!“

Ohne ein weiteres Wort seiner Gattin abzuwarten, stand er auf. Wenige Augenblicke später hörte sie nur noch die Haustür ins Schloss fallen…


Die ersten Strahlen der Morgensonne, welche durch die Vorhänge fielen, kündigten einen neuen Tag an. Kìara war wie jeden Morgen sehr früh wach. Wie stets nahm sie ihre Puppe und stand auf. Da sie im Haus weder den Geruch von frisch aufgesetzten Kaffee riechen konnte, noch irgendein Geräusch zu hören war, ging sie davon aus ~ ihre Eltern würden noch schlafen.

Kiara zog die Vorhänge beiseite, um die Sonne ganz in ihrem Zimmer zu lassen. Dann schlich sie sich mit nackten Füßchen nach draußen. Auch im Flur waren keine Geräusche zu hören, was Kìara recht merkwürdig fand, denn Mama war stets auch früh auf den Beinen.

Sie betrat die Wohnstube und sah, dass die Tür zum Garten weit offen stand. Das kleine Herz begann wie wild zu schlagen. Die Türen waren doch immer verschlossen. Die kleine Elf drückte ihre Puppe noch fester an sich und ging langsam Richtung Tür. Je näher sie der offenen Türe kamen, desto deutlicher hörte sie leises stöhnen, auch war ab und an ein dumpfer Schlag zu hören. Sie drückte sich an den Türrahmen und hielt die Luft an. Was mochte das wohl sein? Und was sollte sie nun tun? Sollte sie ins elterliche Schlafgemach rennen und Paps holen?

Sicherlich hatte Kìara Angst, doch war sie auch sehr neugierig, also beschloss sie vorsichtig um die Ecke zu sehen. Erleichtert atmete sie auf.

Es war ihr Paps der mit nacktem Oberkörper, einer Leinenhose und nacktem Füssen auf einen Baum einschlug und eintrat. Sie hatte es schon früher bei ihrem Paps gesehen und einmal gefragt, was der Baum den Papa denn getan hätte. Ihr Paps hatte damals gelacht und gesagt er würde trainieren, damit er schnell und stark bleiben würde.

Doch nach ihren *Unfall* hatte Paps nicht mehr trainiert. Hieß das nun, dass Paps wieder weg gehen würde? Würde er wieder ~ sie überlegte wie das Wort hieß, welches ihre Mutter damals sagte…

„Paps gehst du wieder zum abschlachten weg?“ Finrod drehte sich erschrocken in die Richtung, aus der die Frage seiner Tochter kam.

„Ob ich was?“ Fassungslos starrte er seine Tochter an.
„Na Mama sagte doch damals, dass Du Abschlachten arbeitest. Gehst du nun wieder weg? Musst du wieder arbeiten?“

Finrod war sämtliche Farbe, welche er nach den Anstrengungen der letzten Stunde reichlich besaß, aus dem Gesicht gewichen. Sie hatte also die Unterredung, oder sollte man besser sagen Streit mit seiner Gattin wohl mitbekommen.

Er setzte sich ins Gras und winkte seine Tochter zu sich heran.
„Komm einmal her, Kleines!“
Das Mädchen folgte seiner Aufforderung. Sie ließ sich neben ihren Vater nieder und legte das kleine Kopfchen auf seinem Oberschenkel, wie sie es oft getan hatte. Gleich würde er mit seinen Händen ihr Haar streicheln… doch weit gefehlt.
„Kìara, ich sagte SETZEN“ kam es von Finrod in einer Tonlage, die Kìara nicht gewohnt war, sogleich gehorchte sie.

Mit ihren großen, grünen, wunderschön kindlichen Augen schaute sie Finrod gebannt an.
Die ganze Nacht hatte er darüber nachgedacht, wie er Kìara erklären sollte, dass sie Allianzern aus dem Wege zu gehen hat.

„Also Kleines“, begann er zögerlich, „Deine Mutter berichtete mir gestern Abend, wie dieser schlimme Unfall war…“

Kìara schaute schuldbewusst nach unten. Sie wusste nicht einmal warum, doch schämte sie sich dessen was vorgefallen war. Ihr Paps hatte sie immer für eine Große gehalten und war stolz darauf, dass sie vor nichts Angst hatte. Doch nun hatte sie Angst und Paps würde sie sicher nicht mehr für *seine Grosse* halten. Sie hatte sich von einem Mädchen, welches viel kleiner als sie war, angreifen und verletzen lassen. Paps war sicher sehr enttäuscht von ihr.
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AW: Dem Schicksal entgegen

Finrod nahm einen Zeigefinger, legte ihn seiner Tochter unter ihr Kinn und zog ihn leicht hoch, so dass sie ihn angucken musste. Hass schnürte ihm fast die Kehle zu, als er in diese kindlichen Augen sah, welche einmal vor Fröhlichkeit und Unbesorgtheit glänzten. Nun wanderten die kleinen Pupillen ängstlich umher, der Glanz war verschwunden.

*Dieses verdammte Pack!* Dachte er ärgerlich, hatte Mühe seiner Miene einen milden Ausdruck zu verleihen.

„Weißt du, was dich da angegriffen hat, war kein kleines Mädchen!“ fuhr er etwas hilflos fort. Kìara schaute wieder nach unten, bevor sie kleinlaut antwortete.

„Doch Paps, es war ein Mädchen. Sie war viel Kleiner als ich, “ dann sah sie ihn wieder an und plapperte schnell darauf los, sich zu verteidigen , „aber ich hatte gar keine Zeit zu reagieren. Wirklich nicht! Sie hat etwas ganz grelles nach mir geworfen als sie noch ganz weit weg war. Wirklich, Paps!“ ihre Augen sahen ihren Vater flehend an ~ flehend, ihren Worten doch Glauben zu schenken.

Finrod legte seinen Zeigefinger an seinen Mund „Schschsch... hör mir zu, Kleines!“
Kìara nickte, sagte kein Wort mehr.
„Was dich angegriffen hat, war kein Mädchen. Es sah nur so aus wie ein Mädchen. Doch in Wirklichkeit war es eine erwachsene Frau. Sie gehört zu einer Rasse, die man Gnom nennt. Glaub mir Liebes, da sind die Alle so klein und noch viel kleiner!“

Kìara starrte ihren Vater gebannt an. Das soll eine Frau gewesen sein? Dann brauchte sie sich also gar nicht zu schämen? Als hätte ihr Vater ihre Gedanken gelesen, fuhr er fort.

„Du musst Dich also gar nicht schämen, dass Dir so etwas passiert ist. Diese Frau müsste sich schämen, so ein kleines Mädchen wie Dich angegriffen und so schwer verletzt zu haben.“

„Aber… aber, “ Kìara suchte nach Worten, „aber warum?“ Die kleine Elf war verwirrt. Finrod zuckte mit den Achseln.

„So wie Deine Mutter es mir berichtete, war sie wohl auf der Jagd. Diese…, er suchte nach einem Ausdruck, welcher für Kìara´s Ohren am Besten war,“ Allianzer verstehen unsere Sprache nicht und wir nicht die Ihrige. Vielleicht dachte sie, du wolltest ihr die Beute nehmen? Vielleicht hatte sie auch einfach nur Lust etwas Schwächeres zu töten. Das hat dieses Pack meist!“ Der letzte Satz rutschte ihn mehr oder weniger heraus und obwohl er es mehr zu sich selbst und somit leiser sagte, schaute seine Tochter ihn erschrocken an.

„Heißt das, diese Leute sind immer Böse?“ wollte die Kleine wissen ~ ihr Vater nickte.

„Ja, Guren ~ daher ist es ganz, ganz wichtig, das du diesen Wesen aus den Weg gehst, hörst du?“ Er hatte Kìara an den Oberarmen gepackt, um die Wichtigkeit seiner Worte zu unterstreichen, damit sie ihn in die Augen sah. Erst als sie leise aufschrie und ihn erschrocken anschaute, ließ er sie ebenso schnell wieder los.
„Verzeih, Liebes. Das wollte ich nicht! Ich habe nur große Angst um Dich. Was ich Dir sage ist wichtig und du musst es Dir gut merken!“ Kìara nickte tapfer, überlegte einen Augenblick und fragte dann leise.

„Aber woran erkenn ich denn, wer zu den Allianer gehört?“
„Allianzer ~ Allianz!“ verbesserte er seine Tochter streng, „Kìara, dass ist sehr wichtig. Du darfst es nicht vergessen, hörst du? Ich werde Dich in den nächsten Tagen mit zu einer Hauptstadt nehmen und dir zeigen wie sie aussehen! Du musst Dir diese Wesen gut merken und ihnen aus dem Weg gehen. Wenn Du etwas älter bist, werde ich dich lehren mit dem Zweihänder umzugehen. Ich werde dich lehren was ich über den Kampf weiß, damit du dieses Pack einmal bekämpfen kannst, wie es Dein Paps tut. Du wirst eine stolze Kriegerin werden. Kein Gnom, kein anderer Feind wird es jemals wagen dich wieder anzugreifen!“

Die kleine Elf wurde immer blasser. „Aber ich möchte keine Kriegerin werden, Paps. Ich möchte nicht kämpfen!“ jammerte Kìara nun, doch Finrod winkte ab.

„Du wirst eine Kriegerin, Kìara ~ du hast das Talent und den Mut dazu!“ Mit diesen Worten stand er auf und begann erneut sein Training. Kìara saß noch eine Weile da und schaute ihm zu. Sie hatte noch so viele Fragen. Doch hatte sie nie zuvor ihren Paps derart streng erlebt, so dass sie sich nicht mehr traute, weitere Fragen zu stellen. Sie wusste nur, sie wollte keine Kriegerin werden. Sie liebte das Leben, die Blumen und die Tiere! Sie wollte nicht kämpfen und schon gar nicht töten.

Leise stand sie auf und ging zurück ins Haus, lief in ihr Zimmer, huschte ins Bett und zog die Bettdecke über sich, so als wollte sie sich verstecken.

„Du willst was???“ noch immer glaubte Nessa sie hätte sich verhört. Was Finrod ihr eben eröffnete konnte, ja durfte einfach nicht wahr sein.

Finrod saß gerade zu Tisch und Stach mit einer Gabel nach der mittlerweile fünften Scheibe Luchsfleisch. Unbeirrt ihres Aufbrausens schnitt er mit seinem Jagdmesser ein Stück davon ab und schob es sich genüsslich in den Mund.

„Du willst meine Kleine, mein Guren mitnehmen? Das kann nicht Dein Ernst sein… das werde ich nicht zulassen! Das kannst du mir…“ weiter kam sie in ihren Ausführungen nicht, denn Finrod schlug mit der geballten Faust auf den Tisch.

„Verdammt Nessa, nun ist aber mal gut. Wer hat mich denn gebeten, der Kleinen alles über die Allianz beizubringen?“

„Ja, aber doch nicht, indem Du sie mit in die Hauptstadt nimmst, mit ihr in die verschiedensten Lager reist!“ entgegnete Nessa immer noch entsetzt.
„Wie soll sie es denn bitte sonst lernen? Sicher der Unfall war hart, doch Kìara trägt mein Blut in sich und ist mutig. Ich werde sie zu einer großen Kriegerin erziehen. Du hast sie viel zu lange verweichlicht!“ mit diesen Worten schob er sich ein weiteres Stück Fleisch in den Mund.

Nessa stand, gleich gefangen in einer Eisfalle, da und starrte ihren Gatten fassungslos an. Sie erkannte ihren Gatten nicht wieder. Güte, sowie Herzlichkeit vermisste sie schon länger bei ihm, doch ein derartiges Verhalten, ja solch ~ für sie ~ veraltertes Gerede hätte sie ihm nie zugetraut.

„Sie ist auch meine Tochter, Finrod. Vielleicht steckt auch mehr Magie in ihr als Du glaubst? Schau sie dir doch an! Sie ist alles Andere als zu einer Kriegerin geboren. Du kannst mir doch nicht einfach mein Kind wegnehmen! Was ist denn nur in dich gefahren?“

Finrod schaute sie düster an, während er den Bissen runter schluckte
„Magie…, lachte er verächtlich „für so ein Kinderkram ist sie sicher nicht geschaffen. Sie wird die Ausbildung erhalten, wie ich es wünsche. Erst aus meiner Hand, dann aus der Hand eines Ausbilders der Paladine! Mit dem Wissen über Heilung hat sie dann genug von deiner *Magie*“ ein weiteres Stück Fleisch fand den Weg zwischen seinen Zähnen, sein Blick, welcher auf Nessa gerichtet war, deutete keinen Widerspruch.

Nessa war nun zutiefst verletzt. So hatte er noch nie über ihre Klasse gesprochen. Sie fragte sich gerade, ob sie den Mann den sie einst ehelichte jemals gekannt hatte. Sie setzte an noch etwas zu sagen, doch kaum hatte sie ihren Mund geöffnet, nahm Finrod seinen Dolch, rammte diesen mit voller Wucht in den Tisch.

„Genug deines Gewäsches! Du tust was ich dir sage, Weib! Also geh und packe ein paar Sachen! Ich werde morgen mit Kìara aufbrechen!“

Nessa starrte Finrod fassungslos an, doch wagte sie nun nicht mehr ein Widerwort zu geben. Sie hatte ihren Gatten zu gehorchen ~ dies machte er gerade mehr als deutlich. Stumm wandte sie sich um zum gehen, als sie Kìara ein paar Schritte entfernt stehen sah. Schnell lief sie auf das Kind zu und schob es in ihr Zimmer, schloss schnell hinter sich die Tür.
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Alt 10.08.2008, 16:20   #5
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AW: Dem Schicksal entgegen

Das Mädchen schaute zu ihrer Mutter voller Angst hinauf. Nessa hockte sich zu ihr hinunter und nahm sie in den Arm.

„Keine Angst, Kleines. Dein Paps meint es sicher nicht so. Er fühlt sich nur hilflos, weil er damals nicht da war, dich nicht beschützen konnte. Bald wird die Sonne wieder scheinen.“

Inständig hoffte Nessa sie würde Recht behalten, dass Finrod sich für seinen Ausbruch und sein Verhalten später entschuldigen würde. Er war doch schließlich ihr Gatte. Der Mann der sie gerade mit seiner milden Art faszinierte, der sich nicht scheute in den Armen seiner Gattin zu weinen, obgleich es einen Anlass gab. Der Mann der sie mit derart viel Zärtlichkeit überhäufte, derart viel Verständnis und liebe. Nein ~ er würde ihr sicher nicht das Liebste nehmen…

Gedankenverloren ging sie zu der Kommode, die links des Einganges stand, zog die Schublade auf und begann Kìara´s Sachen hinaus zu nehmen, sie in einem Beutel zu verstauen, während die Kleine ängstlich, ihre Puppe fest an sich gedrückt, auf dem Bett saß und ihre Mutter beobachtete.

„Aber Mami, warum packst du denn meine Sachen? Du sagst doch ich darf hier bleiben…“

„Keine Angst, Guren. Mami macht nur was Paps sagt, sonst wird er böse und glaubt, dass wir ihn nicht Ernst nehmen. Ich denke morgen kann ich deine Sachen wieder auspacken!“

Nessa versuchte ihrer Stimme einen ruhigen und gelassenen Ton zu geben, was ihr jedoch mehr schlecht als recht gelang. Nachdem sie den Beutel mit einigen Sachen gefüllt hatte, stellte sie ihn auf die Kommode und ging auf Kìara zu, welche schon ihr Nachtgewand trug.

Sie schüttelte das Kissen noch einmal auf und nahm die Bettdecke hoch, deutete der Kleinen an, sie möge sich hinein legen. Die Kleine folgte dem Blick der Mutter und legte sich sogleich brav hin. Nessa deckte die Kleine zu, nahm Kìara´s Puppe und legte sie der Kleinen in den Arm.

„Nun schlaf aber, Kleines. Wenn die Sonne aufgeht, gehen wir beide in den Wald ein paar Kräuter sammeln und schauen uns ein paar Tiere an.“

Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Kindes, welches freudig nickte und sogleich die Augen schloss.

Nessa küsste ihrem Kind noch die Stirn, streichelte noch eine Weile das Haar der Kleinen, bis regelmäßiges Atmen anzeigte, dass es wohl eingeschlafen war. Behutsam stand die vom Bettenrand auf und verliess das Zimmer der Kleinen. Einen kurzen Augenblick dachte sie darüber nach, ob sie das Zimmer absperren und den Schlüssel an sich nehmen sollte, verwarf aber diesen Gedanken. *Nein, das kann nicht sein Ernst sein* ~ murmelte sie vor sich hin.

„Was kann nicht wessen Ernst sein, Weib?“ Finrod stand am Türrahmen zur Wohnstube gelehnt, die Arme vor der Brust verschränkt sah er seine Gattin ernst an. Nessa zuckte zusammen, wollte erst etwas entgegnen, ließ es jedoch bleiben. So zuckte sie nur mit den Schultern und wollte gerade an ihren Gatten vorbei gehen, doch dieser packte sie hart an ihrem rechten Oberarm.

„Ich stellte dir eine Frage… willst du nicht antworten?“
Nessa biss die Zähne zusammen, als der Druck seiner Hand sich an ihrem Oberarm verstärkte. Ausdruckslos sah sie zu ihren Mann hinauf „Lass mich los, Finrod ~ du tust mir weh!“
Finrod stieß sie in die Wohnstube. Nessa taumelte, doch fing sie sich rechtzeitig, um nicht zu stürzen. Nun funkelte sie ihren Gatten böse an. „Was ist nur aus Dir geworden?“ zischte sie leise, doch vernehmbar. Sie versuchte sich daran zu erinnern, wann Finrod begann sich zu derart zu verändern. War es dieses Dämonengebräu, welches er jeden Abend in der Taverne zu sich genommen hatte? Wurde er von seinen Kameraden aufgestachelt? Sie wusste es einfach nicht. Sie wusste nur, dass der Elf der vor ihr stand und sie fies angrinste nichts, aber auch absolut nichts mehr mit dem Mann gemein hatte, den sie einmal schwor bis an ihr Ende zur Seite zu stehen.

„Was aus mir geworden ist?“, seine Augen wurden schmal, als er langsam auf seine Gattin zuging, „Das was du haben wolltest? Ein verweichlichter Blutelf, der jeden Abend brav in deinen Schoss zurückkehrt! Doch damit ist nun Schluss Weib! Du hast zugelassen, dass mein Kind von einem der Allianz fast getötet wurde! Ich werde nun wieder meiner Bestimmung folgen und mein Kind nehme ich mit!“

Nessa wich unwillkürlich zurück, je näher Finrod ihr kam, bis eine Wand, welche das Ende des Wohnbereiches anzeigte, sie daran hinderte. Starr vor Entsetzen waren ihre Augen auf ihn gerichtet. Was sollte sie nur tun? Er war ja wie von Sinnen! Sie würde sich wehren, würde er sie angreifen ~ ja, das würde sie. Sie war schließlich eine Magierin, die ihre Ausbildung schon vor der Geburt von Kìara sehr zur Zufriedenheit ihrer Lehrer abgeschlossen hatte. Sie würde sich verteidigen… und ihr Kind!

„ Ich bitte Dich, nimm Abstand!“ Ihre Stimme klang fest, obgleich ihrer Angst. Finrod blieb kalt lächelnd stehen und betrachtete Nessa abschätzend wie Vieh, welches auf dem Marktplatz wartete verkauft zu werden.

„Hm…, “ er legte eine Hand an sein Kinn und rieb es sich, während er weiterhin Nessa betrachtete. „Obwohl… *Schoss* ist vielleicht gar keine so schlechte Idee. Schließlich werde ich lange fort sein und wer weiß wo ich sonst Vergnügen finde…“ Nessa glaubte ihren Ohren nicht zu trauen und war sich nun vollkommen sicher: Ein Dämon musste von ihrem Gatten Besitz ergriffen haben. Fieberhaft überlegt sie, wie sie sich aus dieser Situation befreien könnte… Sie stand buchstäblich mit dem Rücken zur Wand. Jede Rückzugsmöglichkeit war ihr verwehrt.

„Wo du sonst Vergnügen findest?“ Ihre Stimme war nur noch ein leiser Hauch.

„Natürlich…,“ er schaute sie weiterhin an, sein Blick wurde gierig, seine Gedanken schienen ihm zu gefallen. „Du glaubst doch nicht, dass du das einzige Weib bist, mit denen ich all die Jahre ein Bett teilte. Es gibt genug, die für ein paar Silberstücke alles tun, was ich möchte. Sie zetern und ziemen sich wenigsten nicht.“ Er grinste ~ es musste ihn großen Spaß bereiten Nessa zu verletzen; sie zu demütigen.

Nessa hatte genug gehört. Mit Tränen in den Augen hob sie schnell die Hand und richtete einen magischen Strahl auf ihren Gatten. Noch bevor Finrod reagieren konnte, stand er als kleines weißes Schaf im Raum, welches vor sich hin blökte und im Kreis lief. Nessa rannte los, sie wusste dass diese Magie nicht lange anhalten würde. Wie, als wäre eine Meute der Allianz hinter ihr her, rannte sie ins Zimmer von Kìara und schloss ab. Fieberhaft überlegte sie was sie nun tun sollte. Sie nahm den Beutel mit Kìaras Sachen von der Kommode und ging auf das schlafende Kind zu.

Die Magie musste wohl nachgelassen haben, denn sie hörte Finrod in der Wohnstube wütend brüllen. Ohne weiter nachzudenken, erstellte sie ein Portal, riss das Kind aus dem Bette, drückte es fest an sich und schritt, mit einem letzten Blick durchs Zimmer streifend, durch das Portal, in dem Augenblick als Finrod die Tür auftrat.


„Ich werde Euch finden ~ verlass Dich drauf!“ hallten Finrods wütende Worte noch leise nach. Nessa schloss die Augen, drückte ihr Kind noch enger an sich, Kìara klammerte sich fest um den Hals ihrer Mutter, während sie sich in dem Wirbel befanden. Die Kleine konnte nicht realisieren, wie ihr geschah, doch Mama war bei ihr, so dass sich ihre Angst in Grenzen hielt.

Nachdem der Wirbel endete, öffnete Nessa langsam ihre Augen. Sie brauchte nicht lange, um zu realisieren, in welcher Stadt sie sich befand, schon der Geruch verriet es ~ sie waren in der Unterstadt!

Sie richtete ihr zerzaustes Haar, ließ Kìara hinunter und sah sich um. Etwas entfernt von ihr stand ihr alter Portallehrer. Schon damals hatte sie sich gefragt, wie es Jemanden derart an Geschmack fehlen konnte. Sein Haar hatte noch immer ein Ton von Lila. Auch seine Robe war in dieser Farbe. Ausnehmend die Schultern, welche in einem grässlichen Grün waren, sowie die braune Streifen auf seiner Robe.

Sie nickte ihm ehrfürchtig zu, was ihn jedoch nicht zu interessieren schien, denn er blickte sogleich, weiterhin gelangweilt, in die andere Richtung. Natürlich würde er sich nicht mehr an Nessa erinnern, es kamen täglich unendlich viele Schüler, die das Erstellen von Portalen erlernen wollten.

Auch Kìara erblickte den Untoten Lehrer und grub sich sogleich fester in die Robe ihrer Mutter. So ein hässliches Wesen hatte sie nie zuvor gesehen und der Anblick ließ sie erschaudern.

„Mami… wo sind wir hier? Was ist das für eine Kreatur da?“ Sie zeigte auf den Portallehrer ~ schnell nahm Nessa die Hand ihrer Tochter hinunter, hockte sich zu ihr hinab und flüsterte.

„Das ist Lexington Mortain, Guren. Er ist ein Untoter. Wir befinden uns in ihrer Stadt. Du wirst also noch viele Wesen wie ihn sehen. Aber habe keine Angst, sie sind uns freundlich gesonnen. Sie gehören der Horde an ~ wie wir!“

Nessa konnte sich gut vorstellen, dass der Anblick für ihr Kind mehr als ein Schock sein musste. Bisher kannte die Kleine ja nur ihre Heimat. Sie nahm Kìara in die Arme und drückte sie leicht.

Kìara schaute sich den Untoten nun genauer an. Wie war es möglich, dass Jemand Tot war und sich doch bewegte? Neugierig löste sie sich von ihrer Mutter, den Untoten näher betrachten wollend. „Was ist?“ kam es b##%*@ vom Portallehrer und Kìara zuckte zusammen.

Nessa ergriff erneut die Hand ihrer Tochter und richtete ihren Blick entschuldigend auf Lexington Mortain.

„Verzeiht, werter Meister. Dies ist meine Tochter Kìara. Sie ist zum ersten Mal fort von Daheim.“ Der Untote nickte nur. Damit war die Unterhaltung für ihn beendet. Nessa atmete, obgleich des Gestankes tief durch, während sich Kìara die riesigen Stufen bestaunte. Wer sollte denn bitte da hinauf kommen? Die einzelnen Stufen waren so groß wie ihre Mama! Sie leuchteten in einem giftgrün. Was oben war konnte Kìara nicht sehen, dazu war sie noch zu klein, obwohl sie sich auf die Zehenspitzen stellte, blieb ihr verwehrt, was sich oben befand.

Nessa wandte sich erneut an ihre Tochter, „Liebes, vieles wird Dir hier vielleicht merkwürdig vorkommen, oder Dir Angst bereiten. Doch wir sind in Sicherheit, das verspreche ich Dir!“ Während sie sprach, versuchte sie sich daran zu erinnern im welchem Viertel sie waren. Es war schon eine zeitlang her, dass sie die Unterstadt betreten hatte.

Unsicher setze sich Nessa in Bewegung, noch immer die kleine Hand ihrer Tochter festhaltend, schritt sie die Treppe hinunter. Kìara, die versuchte mit ihrer Mutter Schritt zu halten, sah sich fasziniert um.

Nach hinten blickend, sah sie die zwei Wächter, die vor einer Brücke standen, erst als ihre sie vor ihnen standen. Kìara stieß einen grellen Schrei aus. Hatte sie geglaubt, der Anblick eines Untoten wäre das grässlichste, was es gäbe ~ wurde sie nun eines Bessern belehrt. Was sie sah, war ein riesiger und fetter Brocken… *Fleisch*! In der linken Hand hielt das Monster ein Beil, in der rechten Hand eine schwere Eisenkette. Kìara starrte durch ihre Größe genau auf dem Bauch des Monsters. Die Bauchdecke fehlte und Kìara konnte die Gedärme sehen, wie sie sich bewegten. Rechts und Links davon stachen jeweils drei *Stachel* heraus. Sie blickte nach oben und sah in eine hässliche vor sich hinsabbernde Fratze. Das eine Auge war geschlossen ~ war da überhaupt noch ein zweites Auge? Aus dem Nacken ragte ein dritter Arm heraus, dessen Hand eine Axt hielt. Das Monster gab grunzende Geräusche von sich. Geräusche die Kìara noch lange in den Ohren hallen würde.

Erschrocken wich Kìara zurück, Nessa hatte Schwierigkeiten die Kleine festzuhalten.

„Das ist ein Wächter, Kleines. Auch er tut Dir nichts. Ich werde Dir nachher alles erklären, doch wir müssen erst einmal hier weg.“

Ohne weitere Fragen ihrer Tochter abzuwarten, setzte sich Nessa erneut in Bewegung. Sie überquerten eine Brücke, unter der sich eine grüne Brühe befand. Nun wusste auch Kìara woher dieser üble Geruch kam. Die Kleine schluckte und wollte wieder nach Hause. Warum brachte Mama sie an diesen grässlichen Ort? Sie hatte ihr doch versprochen mit ihr in den Wald zu gehen. Stattdessen brachte Mama sie hierher. Warum? Und wo war Paps?
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Alt 10.08.2008, 16:21   #6
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AW: Dem Schicksal entgegen

Schnell setzten sie ihren Weg fort. Am anderen Ende der Brücke angelangt, hielt sich Nessa links. Ein Blick auf die Stände, welche sich gegenüber an einer Wand befanden, sagten ihr dass sie sich im Magieviertel befanden. Sie liefen rechts des schleimigen Flusses entlang, bis ein Gang rechts mündete, welchen Nessa auch zielstrebig folgte. Wieder folgte ein Gang, wohl kreisförmig. Nessa wählte wieder rechts, bis sie an eine kleine Treppe kamen, welche links in das Innerste der Stadt mündete.

Da Kìara Schwierigkeiten hatte, mit ihrer Mutter Schritt zu halten, nahm Nessa ihre Tochter auf den Arm, sie durften keine Zeit verlieren! Der Vorsprung war nicht groß und Finrod wäre sicher schon unterwegs sie zu suchen!

Schnell lief sie die Treppe hinauf, vorbei an zwei weiteren Wächtern, die den zuvor gesehenen bis ins Detail glichen. Noch einmal sich rechts haltend, folgten sie auch diesen Gang, bis sie vor einer Tür standen.

Kìara wollte gar nicht mehr sehen, also legt sie ihr Köpfchen auf Mamas Schultern und schloss die Augen. Die Tür öffnete sich und Nessa trat hinein. Kìara öffnete wieder die Augen, da sie sich wunderte was dieses ruckeln und rumoren wäre. Es war der Fahrstuhl, der sie an die Oberfläche brachte.

Nessa lief aus der Stadt raus und hielt sich nördlich. Sie machte sich nicht die Mühe dem Weg zu folgen, sie nahm die kürzeste Strecke. Erschöpft lief sie weiter, der Ort, den sie erreichen wollte, erschien ihr ferner, als sie es in Erinnerung hatte. Es wurde langsam hell ~ ein neuer Tag kündigte sich an. Nessa liebte das Tageslicht, doch momentan fühlte sie sich im Schutze der Dunkelheit wohler.

Endlich sah sie es vom weiten: Das Gasthaus von Brill. Hier würde sie erst einmal Unterschlupf suchen, sich von den Strapazen erholen und überlegen, wie es weiter gehen sollte.

Instinktiv hatte sie diesen Ort gewählt, nachdem sie realisiert hatte in welche Stadt das von ihr erstellte Portal sie geführt hatte. Hier hatte sie damals in ihrer Ausbildung viel Zeit verbracht und sich mit der Gastwirtin, ihr Name war Renee, angefreundet. Es war das größte, ihr bekannte Gasthaus.
Sicherlich hätte sie mit Kìara auch in Unterstadt bleiben können, was weitaus sicherer gewesen wäre, als Brill. Doch wollte sie nach all den Strapazen und neuen, für die Kleine sicherlich schockierende, Eindrücke dem Kind nicht zumuten in einem Sarg schlafen zu müssen. Davon einmal abgesehen, dass es in ganz Unterstadt nicht einen Raum gab, wo sie einmal ungestört waren. Sie hoffte auf Renee´s Hilfe, obgleich sie überhaupt nicht wusste, ob die Untote dort noch zu finden war.

Müde und abgespannt betrat Nessa, mit ihrer Tochter auf den Arm das Gasthaus und blickte sich um. Erleichtert sah sie Renee vor dem Durchgang zur Küche stehen und hielt auf sie zu.

Der Elf starrte auf die Stelle wo sich vor kurzer Zeit noch ein Portal aufgetan hatte, jedoch verschwand, bevor er es erreichen konnte.

In grenzenloser Wut darüber, dass Nessa die Flucht mit dem Kinde gelungen war, hatte er seinen Zweihänder gezogen und auf alles eingeschlagen, was sich ihm bot. Dieses verdammte Weib! Er würde sie finden und sie dann lehren, was es hieß, ihn in eine derart niedrige Kreatur zu verwandeln und wegzulaufen. Ärgerlich stieß er mit seinem Fuß die kleine Puppe weg, welche Kìara wohl verloren hatte als Nessa sie aus dem Bett gerissen, und verliess mürrisch das Haus. Er schaute sich noch einmal um, doch Niemand war auf den Strassen zu sehen. Er schlug den Weg Richtung Gasthaus ein. Dort angekommen ging er sogleich zum Tresen und bestellte sich ein Bier.

Er nahm den Krug, welcher vom Wirt auf den Tresen gestellt wurde und stieg die Treppe hinauf, ging den dortigen langen Flur entlang. Am Ende des Flures blieb er stehen, zückte einen Schlüssel und schloss die Tür zu seiner Rechten auf, trat ein und schmiss die Tür hinter sich zu.

„Das Weib und ihr Balk sind weg…“ schlecht gelaunt setzte er sich auf einen Stuhl und nahm einen Schluck aus dem Bierkrug.

„Was hast du ihnen angetan?“ kam es keuchend aus einer dunklen Ecke. Der Elf lachte leise zynisch. „Noch nichts… doch sollte sie mir über den Weg laufen…“ weiter sprach er nicht.

Einige Kerzen erhellten den dunklen Raum nur spärlich, der Elf legte die Füße auf den Tisch und schaute sein Gegenüber spöttisch an. Sein Gegenüber, Niemand anderes, als Finrod wandte sich auf einem Stuhl, versuchte verzweifelt seine Fesseln zu lösen. Der Elf, welcher Finrod aufs Haar glich, beobachtete die Situation spöttisch, bevor er aufstand, seinen Stuhl nahm und ihn näher, mit der Lehne nach vorn an Finrod heran stellte. Dann setzte er sich breitbeinig auf den Stuhl, legte seine Arme auf die Lehne, Finrod eine Weile beobachtend.

Das Jagdmesser dann aus seinem dafür vorgesehenen Schaft ziehend, sagte er leise

„Du wirst mir nun alles erzählen, was ich über Deine Frau wissen sollte. Wo könnte sie Unterschlupf finden, welche Orte würde sie bevorzugen und vor allem was sollte ich noch wissen, außer der Tatsache, dass deine Frau Magierin ist? Was du natürlich ganz nebenher vergessen hast zu erwähnen…“ Finrod schüttelte energisch den Kopf „Niemals!“

Der Elf stand gelangweilt auf, mit einer heroischen Handbewegung stieß der den Stuhl auf den er eben noch gesessen hat beiseite, so das dieser durch den Raum flog, warf den Bierkrug an die Wand, welcher sogleich in tausend Scherben zerbrach und sprang auf Finrod zu hielt ihn das Messer an die Kehle.

„Willst du es Dir nicht noch einmal überlegen?“ zischte der Elf leise an Finrods Ohr.
„Lieber würde ich sterben, als Dir meine Familie zu übergeben!“ keuchte der Gefesselte.

„Dein Wunsch sei mir Befehl…“ sprach sein Ebenbild, bevor er das Messer an Finrods Kehle entlang zog…

„Nessa! Bist du es wirklich?!?“ Renee ging ihrer alten Freundin entgegen. Eine herzliche Umarmung folgte. Zumindest so gut es ging, denn Nessa hatte nach wie vor Kìara auf den Arm. Renee kannte ihre Freundin, obgleich sie sich Jahre nicht gesehen hatten, gut genug, um nach ihrem Gesichtsausdruck zu deuten, dass irgendetwas nicht stimmte. Sie schob Nessa nebst Kind zu einem Stuhl und drückte sie sanft auf das Polster. Setzte sich dann neben sie.

„Wenn ich mir die Kleine so ansehe, brauch ich wohl nicht fragen wer das ist“, sprach Renee lächelnd mit einem Blick auf Kìara die Ähnlichkeit zwischen Mutter und Tochter an. Kìara saß auf den Schoss, das Köpfchen noch immer an der Schulter ihrer Mutter, und schaute die Untote mit ihren grossen, grünen, jedoch recht müden Augen interessiert an.

„Hast du auch einen Namen, Kleines?“ Renee wollte der Kleinen mit ihrem dürren Zeigefinger über die Wange streicheln, ließ es dann jedoch bleiben. Schließlich wusste sie nicht, ob das Kind sich vor ihr fürchtete und wollte ein Plärren im Gasthaus vermeiden.
„Kìara…“ antwortete die kleine Elf, sich die Augen müde reibend.
„Das ist aber ein schöner Name… Kìara…“ sagte sie derart herzlich, wie Nessa es von ihr gar nicht kannte. Renee war normalerweise das, was man *harte Schale, weicher Kern* nennen konnte. Es dauerte damals seine Zeit, bis sich die beiden Frauen anfreunden konnten. Nessa war sehr unerfahren, als sie damals nach Brill kam. Auch sie hatte sich einst vor dem Untotenvolk gefürchtet, war ihnen aus dem Weg gegangen. Renee hielt dies für pure Elfenarroganz. Wann immer sich die Gelegenheit bot, machte sie sich einen Spass daraus Nessa zu erschrecken. Renee hasste nichts mehr, als Wesen die sich für etwas Besseres hielten, hochnäsig waren und nur auf sich selbst bedacht. Das die junge Elf damals gar nicht zu diesen Leuten gehörte, sondern ihre Unsicherheit sie dazu trieb sich zurück zu ziehen, wurde Renee erst bewusst, als das Gasthaus, welches damals noch ihr Vater leitete überfallen wurde, Nessa sich selbstlos den Angreifern der Allianz stellte.

Nessa hatte noch kein einziges Wort gesprochen, war sie doch sehr erschöpft. So sehr sie sich auf freute, Renee wieder zu sehen. Der Gedanke an einem Bett war ihr momentan näher, als jedwediges Gespräch. Dennoch richtete sie das Wort an Renee
„Ich hatte schon befürchtet, dich hier nicht mehr anzutreffen. Hättest du vielleicht für mich und meine Tochter ein abschließbares Zimmer? Wir sind weit und ohne Rast gereist…“

Renee zog die rechte Augenbraue hoch, wollte gerade fragen, in welchen Schwierigkeiten sich die Freundin befand, das es Not tat mit ihrer kleinen Tochter des Nachts zu reisen. Doch Nessa deutete mit den Kopf auf Kìara und schaute Renee bittend an.

Diese nickte, nun keine weitere Frage stellend. „Na, dann kommt mal mit. Ich glaube, ich habe genau das Richtige für Euch.“ Als sie aufstand bemerkte sie, dass Kìara eingeschlafen war und das Nessa sich kaum auf den Beinen halten konnte. Behutsam nahm sie Nessa das Kind ab, nahm ihre alte Freundin an die Hand und führte diese in die obere Etage. Nessa ließ sich führen, nickte im Vorbeigehen ihren alten Magiermeister zu, welcher in seiner immer noch pinkfarbenen Robe im Gang stand. Sie war derart müde, dass sie sich bei aller Liebe nicht mehr an seinen Namen erinnern konnte.

Renee ging auf eine Tür zu, ließ die Hand ihrer Freundin los, um in ihrer Schürze nach dem Schlüssel zu kramen. Dies stellte sich als gar nicht so einfach heraus, mit einem 6jährigen Kind auf dem Arm. Sie näselte ungeschickt in der Tasche nach dem Schlüsselbund und zog diesen heraus. Mit einer Hand versuchte sie den Richtigen heraus zu finden, was ihr nach einer weiteren kurzen Weile auch gelang. Sie schloss die Tür auf und schob die schon fast im stehen schlafende Nessa in den Raum.

Ein Kaminfeuer loderte, kleine Flammen waren dabei sich an dem wenig übrig gebliebenen Holz zu nähren. Der Schein des Feuers reichte gerade man so aus, um die Schemen der im Raum befindlichen Gegenstände ausfindig zu machen.

Renee kannte sich hier im Zimmer bestens aus, es war schließlich ihr Eigenes. So steuerte sie zielsicher das riesige, am Fenster stehende, Bett an, ohne gegen irgendetwas zu stoßen.

Sie legte Kìara auf die rechte Seite des riesigen Bettes, wohl darauf achtend dass das Kind nicht erwachte. Dann ging sie zu einem Stapel Holz, welches neben dem Kamin aufgeschichtet war und legte einige Scheite ins offene Feuer. Die Flammen nahmen sich dieser neuen Nahrung dankbar an und bald spendeten sie mehr Licht.

Nessa war in all der Zeit im Türrahmen stehen geblieben, nur ihre Augen folgten noch der Bewegungen der Untoten.

Lächelnd ging Renee auf Nessa zu, ergriff wieder ihre Hand und führte nun auch diese zum Bett. Nessa lächelte ihr dankbar zu, als sie sich von Renee gleich einem Kind ins Bett bringen ließ.
„Vielen Dank!“ flüsterte sie noch der Freundin zu, bevor sie in einen unruhigen Schlaf fiel.

Kìara war als Erste auf den Beinen. Es dauerte eine Weile bis sie sich in dem fremden Zimmer orientiert hatte. .Sie rieb sich die müden Äuglein und schaute zu Nessa, die neben ihr lag. Dann schaute sie sich um, hob das Kissen hoch, auf welchem sie gelegen hatte, stieg aus dem Bett und schaute unter selbigen nach. Nachdem sie eine Weile aufgeregt im Zimmer hin und her gewandert war, trat sie zu Nessa heran, zog sie am Arm.

„Mama, Mama ~ ich kann Minai nicht finden.“ die Stimme der Kleinen klang verzweifelt.
Nessa schlug die Augen auf. Was für ein verrückter Traum, dachte sie verschlafen, ungeachtet der Worte ihrer Tochter…

„Mama ~ Sie ist weg!“ jammerte die Kleine weiter.
„Sie wird schon irgendwo sein. Schau doch mal in deinem Zim…“ Nessa stockte, denn während des Sprechens hatte sie sich aufgesetzt und sah sich nun ebenfalls im fremden Raum um. Es war also kein Traum, dachte sie traurig, strich liebevoll Kìara über ihr zerzaustes Haar.

Die Kleine zog einen Schmollmund. „Sicher haben wir Minai vergessen und sie hat jetzt große Angst, so ganz Alleine ohne mich!“

„Kìara! Minai ist eine Puppe und Puppen haben keine Angst!“ warf Nessa in einem schärferen Ton ein, als sie wollte. Kìara starrte ihre Mutter fassungslos an. Was war denn in ihre Mama gefahren? Natürlich würde Minai ohne sie Angst haben. Sie verschränkte die Ärmchen vor ihrer Brust, zog weiterhin ihren Schmollmund und funkelte ihre Mutter böse an.

Diese, noch nicht einmal richtig wach, versuchte ihre Tochter zu ignorieren, stieg aus dem Bett und sah sich nach einer Wasserschlüssel um, den Wunsch nachhängend sich zu waschen.
Sie hatte nun gewiss andere Sorgen, als sich darüber Gedanken zu machen, wo Kìaras Puppe war. Nachdem sie die Waschschüssel auf einem Tisch entdeckt hatte, winkte sie ihre Tochter zu sich heran, um bei ihr mit der Morgentoilette zu beginnen, doch Kìara stand immer noch mit verschränken Armen da und rührte sich nicht.

„Kìara, nun komm endlich!“ herrschte Nessa ihre Tochter an, was ihr aber Sekunden später schon wieder Leid tat. Das Mädchen musste sicher noch mehr daran zu knabbern haben, wie sie selbst, schoss es Nessa durch den Kopf. Also ging sie auf das Kind zu, hockte sich zu ihr herunter und nahm sie in die Arme.

„Kleines, es tut mir leid. Gleich nach dem Frühstück geht Mama nach Minai schauen, ja?“
Kìara schien zu überlegen, bevor sie nickte, die Umarmung ihrer Mutter erwiderte und sich zu dem Waschtisch bringen ließ.

~

Renee war gerade dabei, von Tisch zu Tisch zu gehen, die Gäste zu fragen, ob sie zufrieden wären, oder noch etwas wünschten, als sie die Beiden die Treppe hinunter kommen sah. Freudig ging sie den Beiden entgegen. Sie umarmte erst Nessa, hockte sich dann zu der Kleinen hinunter und hielt die Arme auf. . „Habt ihr denn gut geschlafen? Kìara zeigte keinerlei Scheu mehr und sprang in die offenen Arme, welche sich ihr darboten, bevor sie nickte. „Ja, aber Mama hat Minai vergessen!“

Nessa rollte leicht genervt die Augen, natürlich so. dass es Renee, nicht jedoch Kìara sehen konnte. Renee sah fragend zu ihrer Freundin, welche jedoch erst einmal abwinkte.
„Ihr habt sicher großen Hunger, nicht wahr?“ wendete sich Renee wieder an Kìara, die begeisternd nickte. Also stand Renee wieder auf und hielt der Kleinen ihre Hand hin, welche diese sogleich ergriff. „Ich habe Euch da hinten etwas vorbereitet!“

Auf dem Tisch, nahe der Kochstelle standen allerlei Köstlichkeiten. Brot und Crossiants lagen duftend in einem Korb. Daneben ein weiterer mit allerlei Früchten. Während auf Nessa ein Becher Kaffee wartete, fand Kìara einen Becher Tee auf ihren Platz vor. Ein paar Scheiben dünn geschnittenes Eberfleisch waren ebenso auf dem Tisch zu finden, wie ein paar Gläser mit zerdrückten Früchten. Renee erklärte der Kleinen, als diese fragte, dass dies sehr lecker auf einer Scheibe Brot schmecken würde.

Während Nessa ein Crossiant aus dem Korb nahm und anfing es für Kìara aufzuschneiden, setzte sich Renee einen Augenblick zu den Beiden. Nessa legte das aufgeschnittene Crossiant auf Kìaras Teller und begann ohne Aufforderung zu erzählen, was ihnen zugestoßen war, dabei stets einen prüfenden Blick auf ihr Kind. Doch Kìara war viel zu sehr damit beschäftigt, die zerdrückten Früchte auf ihr Crossiant zu verteilen, wovon natürlich mehr auf den Teller landeten, als auf ihren Bestimmungsort.

Renee hörte aufmerksam zu, schüttelte ab und an verständnislos den Kopf.

„Kannst Du Dir denn erklären, wie es zu dieser Veränderung kam? Ich meine, selbst Elfen ändern sich doch nicht derart von heute auf morgen. Dann muss doch schon immer etwas Bösartiges in ihm gesteckt haben...“ fragte sie, als Nessa geendet hatte.

Die Angesprochene schüttelte den Kopf. „Das ist es ja! Stets war er ~ ja schon fast übertrieben ~ liebevoll! Nie hätte er etwas getan, was mir oder seinem Kind Schaden könnte.“

ihre Stimme klang verzweifelt.

Renee legte ihrer Freundin die Hand auf die Schulter. „Nun esst Euch erst einmal satt, ich werde noch die letzten Gäste bedienen und dann wieder zu Euch stoßen. Dann können wir gemeinsam überlegen, was nun zu tun ist. [/i]

Nessa schüttelte den Kopf „Ich muss noch einmal zurück, Kìaras Puppe holen. Ich wollte dich fragen, ob du solange auf die Kleine aufpassen kannst? Es wird bestimmt nicht lange dauern.“

Renne schaute ihre Freundin entgeistert an. „Du willst wirklich noch einmal zurück in Euer Haus? Und wenn er dort auf dich wartet? Glaubst du das ist eine so gute Idee?“

Nessa zuckte mit den Schultern. „Ich habe es Kìara versprochen. Ich mag nur das Kind nicht mitnehmen. Ohne sie reise ich schneller und wenn Finrod noch da sein sollte…“ sie brach ab, sprach nicht aus dass sie ihr Kind in Sicherheit wissen wollte.

Renee nickte nur, nachdem sie einen kurzen Blick auf Kìara geworfen hatte. Diese saß, die zerdrückten Früchte mittlerweile auf Kleidchen und Gesichtchen verteilt, da und unterhielt sich mit ihrem Crossiant.
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Alt 10.08.2008, 16:26   #7
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AW: Dem Schicksal entgegen

„Aber warum darf ich denn nicht mit nach Hause?“ fragte Kìara zum wiederholten Mal, als Nessa gerade damit beschäftigt war ihr Kind zu waschen. Diese klebrigen Früchte hingen dem Kind sogar in den Haaren, so dass wohl auch diese einer Wäsche nicht mehr aus dem Wege gehen konnten.

Nessa hatte eine größere Schüssel, welche sie zuvor von Renee erbeten hatte, auf den Boden ihres Zimmers gestellt. Kìara stand in dieser, die Arme zur Seite ausgebreitet, so dass ihre Mama mit dem Lappen sie überall einseifen konnte. Mit einer großen Kanne, in der sich lauwarmes Wasser befand, spülte sie dann ihre Tochter ab.

„Mama hat doch gesagt, dass sie ohne Dich viel schneller laufen kann. Desto schneller bin ich wieder hier. Renee passt so lange auf dich auf. Du magst doch Renee, oder?“

Das Mädchen nickte. „Na siehst du! Ich beeile mich ganz doll und heute Abend kannst du dann mit Minai in den Armen einschlafen!“ Die Vorstellung schien Kìara zu gefallen und obwohl sie sich sehr nach ihrem Zuhause sehnte, so war sie vom Vortag noch mitgenommen genug.

Kìara kniff die Augen zusammen, als Nessa nun begann ihr das warme Wasser über ihr Haupt zu schütten, um die Seite aus den Haaren zu bekommen und öffnete diese erst wieder, als sie ein weiches Tuch spürte, welches Nessa über ihren kleinen Körper geschlungen hatte, um sie nun abzutrocknen. Sie wurde aus der Schüssel gehoben und vorsichtig abgerubbelt. Das möchte Kìara am liebsten. Die kicherte und kreischte normalerweise dabei, da Mama bei dieser Gelegenheit sie stets ein wenig kitzelte. Nur heute blieb es aus.

Nessa nahm den Beutel, in dem sie am Vortag Kìaras Sachen gestopft hatte, und suchte darin nach sauberer Kleidung. Sie schmunzelte als sie eine kleine rote Robe herausholte. Wie nicht Anders zu erwarten ließ der Protest nicht lange auf sich warten.
„Niicht das doofe Kleid, Mama!“ Kìara trug von klein auf, lieber Hosen und Hemden. So oft Nessa auch versuchte, ihrer Tochter eine Robe anzuziehen, immer stieß sie auf Protest. Da Nessa wusste, eine Diskussion würde wenig Sinn machen, sich auch schnellstens auf dem Weg machen wollte, holte sie aus dem Beutel eine kleine braune Leinenhose und ein weißes Hemd.

Nachdem von Kìara kein weiterer Einwand kam, stellte sie den Beutel wieder in die Ecke und begann Kìara anzukleiden, sich dabei fragend, was aus Kìara wohl werden würde. Bisher hatte das Kind noch keine Affinität zur Magie gezeigt, doch auch eine Kriegerin ~ wie es Finrods Wunsch war, würde aus ihr wohl nicht werden…

Sie kämmte ihrer Tochter noch das feuchte Haar, flocht es zu Zöpfen und befestigte kleine Lederbänder, damit es hielt. Dann schaute sie Kìara liebevoll an.

„Du wirst doch bei Renee brav sein, Dich nicht vom Gasthaus entfernen, bis ich wieder da bin?“ Kìara nickte, schlang ihrer Mama die kleinen Ärmchen um den Hals und drückte sie so fest sie eben konnte.

Nessa war mulmig bei den Gedanken ihr Haus noch einmal betreten zu müssen, wusste sie jedoch, dass Kìara ihre Puppe brauchte. Sie hatte schon den Vater und ihre Heimat verloren, diese Puppe sollte sie zumindest haben.

Lange lagen sich Nessa und Kìara in den Armen. Dann löste sich Nessa langsam von dem Kind und stand auf.

„Sobald Renee unten fertig ist, kommt sie zu Dir hinauf. Sie wird drei Mal klopfen. Du machst nur die Tür auf, wenn es drei Mal klopft, hörst du?“ wieder nickte das Kind.

Einen letzten Blick auf Kìara werfend, verließ sie das Zimmer, stieg die Treppe hinunter. Unten angekommen erwartete sie eine sorgenvoll dreinblickende Renee.

„Können wir der Kleinen nicht einfach eine andere Puppe geben?“ Nessa schüttelte seufzend den Kopf. „Es muss leider diese Puppe sein. Ihr Vater hatte sie kurz nach ihrer Geburt angefertigt. Sie hütet diese Puppe normalerweise wie ihr Augapfel. Sie hat schon sehr viel mitmachen müssen…“

Renee überlegte, „Das kann ich gut nachvollziehen, doch ist es nicht besser, wenn dich Jemand begleitet? Ich kann meinen Bruder bitten…“ Nessa schüttelte erneut den Kopf.

„Das ist sehr lieb, Renee ~ doch ich denke, Allein bin ich weniger auffällig und sollte etwas schief gehen… Dein Bruder gäbe nur Hinweis darauf, wo sich Kìara befindet!“

Renee´s Augen weiteten sich. „Du würdest für sie Dein Leben lassen, nicht wahr? Wegen einer Puppe? Glaubst du nicht, Kìara bedarf mehr einer Mutter, als eine Puppe?“ verzweifelt versuchte Renee ihre Freundin umzustimmen, musste jedoch erkennen dass dies ein auswegloses Unterfangen war.

Nessa versuchte aufmunternd zu lächeln, als sie Renee zum Abschied umarmte.
„Es wird schon schief gehen. Wir sehen uns am Abend wieder!“

Zügig schritt sie aus dem Gasthaus, sich dabei nach einem bekanntem Gesicht umblickend. Dachte sie doch auch daran, dass Finrod ihnen gefolgt sein könnte, nur auf eine Gelegenheit warten würde, sich sein Kind zu holen.

Sie lief zu einer Frau, welche unweit des Gasthauses stand, um Waren jeglicher Art feilschte. Nessa sah sich nach wenig auffälliger Kleidung um. Sie hatte zwar Kìara´s Sachen packen können, doch für ihre eigene Garderobe fehlte die Zeit. Sie hatte Glück: Die Händlerin hatte ein zerrissenes Hemd, eine Leinenhose, ein Cape und ein paar schäbige Stiefel anzubieten. Obwohl es schon dreist war, was die Händlerin für diese abgenutzten Sachen verlangte, zahlte sie zügig. Zumindest schien die Kleidung sauber. Sie überlegte, ob sie noch einmal ins Gasthaus sollte, sich umzuziehen, entschied sich aber dagegen. Renee würde sicherlich abermals versuchen sie umzustimmen und ein Teil von ihr wollte vielleicht auch umgestimmt werden.

Nachdem sie ein paar Schritte gegangen war, stellte sie ich etwas abseits der Strasse und beschwor ihren schwarzen Falkenschreiter. Lange hatte sie das Tier nicht mehr beschworen gehabt. Es klappte dennoch beim ersten Versuch. Das Tier stieß einen grellen Schrei aus, als Nessa ihre Stiefel in die Seiten des Tieres hieb, um es voran zu treiben.

Binnen kürzester Zeit war sie an den Toren von Unterstadt angekommen. Sicherlich hätte sie auch ein eigenes Portal erstellen können, doch zog sie es vor ihre Kräfte zu schonen und so schlug sie den Weg zum Portal ein, welches nach Silbermond führte. Sie hielt sich rechts und ritt die Treppe hinauf, brachte den Falkenschreiter kurz vor dem Portal zum stehen. Nachdem sie das Tier wieder entlassen hatte, schaute sie sich um. Sie war Allein in diesem Winkel der Vorstadt. Also stellte sie sich in eine Ecke, zog sich schnell um, bevor sie an das Portal heran trat. Das goldene Metall glänzte rötlich, durch den Schein des Lichtkreises. Sie legte ihre Hand auf sein Metall, bevor sie die Augen schloss, über die Oberfläche streichend. Sie spürte ein kribbeln im ganzem Körper, welches ihr anzeigte, dass sie sanft davon getragen wurde.

Stimmen in der Ferne brachten sie dazu, die Augen wieder zu öffnen. Sie befand sich in Silbermond. Nessa stand auf einer Plattform. Das Portal, welches zurück nach Unterstand führte, befand sich über ihr. Sie schaute auf den Gang hinaus und entdeckte eine Königswache. Erschrocken fuhr sie zusammen. Daran hatte sie ja gar nicht gedacht!

In der Hoffnung, dass die Wache niemand war, den sie kannte, lief sie schnell den Gang hinunter. Das Gesicht der Wache hatte sie nie zuvor gesehen, dennoch lief sie weiterhin zügig die Rampe hinunter. Auch in diesem Raum waren einige Königswachen. Ihre Stimmen waren es, welche sie bei ihrer Ankunft gehört hatte. Nessa zog die Kapuze ihres Capes tiefer in die Stirn, bevor sie hinaus ins Freie trat.

Vor dem Palast standen weitere Zwölf, die ein Spalier bildeten. Schnell lief sie die Schräge hinunter, blieb vor einem riesigen Brunnen stehen. Sie nahm sich nicht die Zeit wie sonst, die Statue, welche sich in der Mitte des Brunnens befand, zu bewundern, sondern beschwor erneut ihren Falkenschreiter.

Nessa ritt links an den Brunnen vorbei, nahm den Weg durch die Mördergasse. Aus dem Augenwinkel heraus sah sie den betrunkenen Elf vor dem Gasthaus der Mördergasse liegen, vor ihm zwei Flaschen, eine davon zerbrochen. Nessa zählte ihn schon zum Inventar des Gasthauses, da er stets dort herum lag, seinen Rausch ausschlafend.

Sie trieb den Falkenschreiter weiter an, pirschte durch die Strassen der Urahnen bis hin zum Hirtentor. Wenige Meter davor stoppte sie den Falkenschreiter: Stadtwachen!


Sie lugte durch die Kapuze ihre Capes, ob sie Finrod entdecken konnte. Doch ihr Gatte schien nicht darunter zu sein. Sie wusste jedoch, dass am anderen Ende des Tores zwei weitere Stadtwachen ihren Dienst taten. Doch es half nichts… sie musste da durch!

Erneut trieb sie ihre Hacken in den Leib des Tieres, welches daraufhin augenblicklich wieder lospirschte. Eng nahm der Falkenschreiter die Kurven des Stadttores, und so als würde er den vor langer Zeit zum letzten Male gerittenen Weg noch kennen, folgte er nach der Gabelung dem linken Weg.

Die Stadtwachen hatten ihr erschrocken nachgesehen, doch nur kopfschüttelnd gegenseitig gefragt, warum es wohl ein Reisender derart eilig hätte. Weitere Beachtung hatte man ihr nicht geschenkt.

Nessa atmete auf. Die erste Hürde war genommen. Auf ihren Weg traf sie nur noch auf ein paar Bachtatzenpirscher, welche auf der Suche nach Nahrung, hungrig umherstreiften und den einen oder anderen so genannten *Immersangwaldbehüter*, welche jedwediges Geschöpf angriffen, die ihnen zu nahe kam. Sie ritt vorbei an *Thurons Aufzucht*, den Ort an dem sie damals reiten gelernt und ihren Falkenschreiter erworben hatte. Das Tier krächzte, als es einige weitere Falkenschreiter sah, welche neben der Aufzuchtstation angebunden, zum Verkauf angeboten wurden. Dann ließen sie auch dieses hinter sich und setzten ihren Weg in nordöstlicher Richtung fort.

Als sie die azurblaue Küste erreicht hatten, hielt Nessa an ~ entließ abermals ihren Falkenschreiter. Es waren nur noch wenige Meter bis zu ihrem Haus. Es war wohl besser, den Rest des Weges zu Fuß zu gehen.

Langsam erhob sich ihr Anwesen, je näher sie kam. Direkt friedlich stand es inmitten des saftigen Grüns von Immersangwald. Nessa wurde schwer ums Herz. Wie hatte sie ihre Heimat geliebt. Idealer konnte kein Ort sein, sich nieder zu lassen. Nur wenige Schritte bis zum Wasser, dessen Farbe Pate für den Namen der Küste gestanden hatte. In der entgegen gesetzter Richtung nur wenige Schritte bis zum Wald, welcher Ausreichend Pilze, Kräuter und Beeren bot.

Langsam näherte sie sich dem Haus. Die Tür stand weit offen, doch schien es verlassen. Ihr Herzschlag beschleunigte sich zunehmend. Eine kleine Weile blieb sie am Türrahmen stehen, hielt die Luft an und horchte in das Haus hinein.

Es blieb still und so setzte sie zaghaft ihren Fuß ins Haus…

„Drei… Zwei… Eins… ich komme“ rief Kìara durch das Zimmer. Wie Mama versprochen hatte, war Renee nur kurze Zeit später erschienen. Erst hatte die Untote nur ein Mal geklopft. Kìara hatte sich zur Tür geschlichen. Mama hatte gesagt, sie dürfe nur die Tür öffnen, wenn drei Mal geklopft wurde.

Es dauerte eine Zeit, bis Renee darauf gekommen war, das Klopfzeichen einzuhalten, denn Nessa hatte wohl in ihrer Aufregung vergessen, es Renee zu sagen. Die Untote war sehr ungeschickt im Umgang mit Kindern, obwohl sie Kinder sehr mochte. Eigene schienen ihr ja verwehrt zu bleiben. Sie hatte Kìara gefragt, was die Kleine denn nun gerne tun würde. Nun steckte sie also in den Kleiderschrank, um sich vor dem Kind zu verstecken, welches gerade zu Ende gezählt hatte.

Kìara durchsuchte das ganze Zimmer. Sie sah als erstes unter dem Bett nach. Dann hinter der einen Kommode, doch auch hier war Renee nicht. Kìara hockte sich hin, lauschte und wartete ruhig.

Renee glaubte schon eine kleine Ewigkeit in diesen Schrank zu hocken. Hatte Kìara die Lust an den Versteckspielen verloren? Kein Laut drang durch den Schrank. So leise wie es eben ging, öffnete sie die Schranktür und lugte um die Ecke, doch keine Kìara zu sehen. So langsam wurde es Renee doch zu dumm und so entstieg sie dem Schrank.

Ohne Vorwarnung sprang sie etwas von hinten an. Renee strauchelte und fiel zu Boden. Auf ihren Rücken saß glucksend vor Freude Kìara. „Gefunden!“ rief diese lachend.

Auch Renee brach in Gelächter aus, nachdem sie sich von dem ersten Schock erholte hatte. Dieses kleine Biest ~ dachte sie. Renee rollte sich auf den Rücken, griff nach Kìara und begann die kleine mit ihren knochigen Fingern abzukitzeln. Lachend rollten sich Beide auf den Fußboden.

Nach einer kleinen Weile, auch dies war langweilig geworden, teilte Kìara mit, das sie Hunger hätte. Renee nickte und hielt an, ihr etwas herzurichten. Kìara ging wie selbstverständlich mit zur Tür.

„Nein, Kleines. Du wirst hier oben warten, bis ich mit dem Zubereiten fertig bin. Ich bringe Dir dann das Essen nach oben.“ Kìara sah erstaunt zu Renee hinauf.
„Ich möchte aber lieber unten essen!“ entgegnete das Mädchen. Doch Renee schüttelte immens den Kopf. Selbst die Taktiken, die bei Mama funktionierten, blieben bei Renee erfolglos. Weder ihr Schmollmund, noch traurig schauende Augen, halfen. Kìara überlegte, ob sie ihre letzte Waffe ~ Tränen ~ einsetzen sollte. Doch wollte sie nicht als kleines Mädchen dastehen! Doch was sollte sie hier oben in Zimmer denn Alleine machen? Minai war auch nicht da, mit der sie spielen konnte. Kìara fühlte sich zum aller ersten Mal sehr einsam in ihrem Leben.

Mit eingezogenem Kopf ging sie auf den Tisch zu, welcher unweit des Bettes mitten im Raum stand, setzte sich auf einen der vier Stühle und starrte stumm die Tischdecke an.

Renee schaute der Kleinen traurig hinterher. Sie konnte ja verstehen, dass so ein quirliges kleines Kind nicht Alleine sein wollte. Doch hier oben war nun einmal der sicherste Platz für die kleine Elf. Renee schloss die Tür und eilte die Treppe hinunter. Sie wollte die Kleine nicht allzu lange warten lassen…
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Alt 10.08.2008, 16:27   #8
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AW: Dem Schicksal entgegen

Nachdem Nessa den ersten Schritt getan hatte, verharrte sie wieder und horchte erneut. Im inneren des Hauses war es Dunkel. Sie konnte sich gar nicht daran erinnern, die Vorhänge zugezogen zu haben.

Nachdem auch dieses Mal kein Geräusch zu hören war, fasste sie ihren Mut zusammen und betrat den Vorraum gänzlich. *Nur schnell die Puppe holen und nichts wie raus hier* dachte Nessa und mit schnellen Schritten hielt sie auf die Tür zum Kinderzimmer zu.

Leise drückte sie die Klinge nach unten, schob die Tür nach Innen auf. Bei den Anblick des Zimmers stockte ihr der Atem:

Es gab kein Möbelstück, welches noch in seinen ursprünglichen Zustand war. Es schien beinahe so, als wäre ein ganzer Trupp Zwerge durch das Zimmer gefegt und hätte alles zu Kleinholz verarbeitet. Nie hätte sie für möglich gehalten, dass Finrod zu einer solchen mutwilligen Zerstörung fähig gewesen wäre. Mehr denn Je war sie nun der Ansicht, Kìara vor ihrem Vater schützen zu müssen.

Sie sah sich weiter um und entdeckte Kìaras Puppe auf dem Boden. Mit ein paar Schritten war sie bei dem Spielzeug, beugte sich nach vorn um selbiges aufzuheben, als sie einen harten, dumpfen Schlag auf dem Hinterkopf verspürte. Sie fiel nach vorn ~ ihr wurde Schwarz vor den Augen…


Wie aus weiter Ferne spürte Nessa wie sie hochgerissen wurde. Sie wagte es nicht, durch Öffnen ihrer Augen, dem Angreifer anzuzeigen, dass sie wach war. Wach konnte man den Zustand, indem sie sich befand auch nicht nennen. Ihr Schädel schien bersten zu wollen, Schwindel und Übelkeit überkam sie. Man schleifte sie aus Kìara´s Zimmer ~soviel bekam sie noch mit, bevor sie wieder in eine leichte Bewusstlosigkeit fiel.

Als sie erneut erwachte, sie aufgrund der Stille wagte, ihre Augen einen Spalt zu öffnen, erkannte sie dass sie in ihrem Schlafgemach lag. An Händen und Füssen gefesselt. Man hatte sie ihrer Kleidung beraubt. Im Zimmer war es kalt und sie fröstelte.

Verzweifelt versuchte sie sich der Fesseln zu entledigen, die sich durch ihre Bewegungen jedoch nur noch tiefer in ihr Fleisch gruben. Ihre Hand- und Fußgelenke schmerzten bei jeder Bewegung, so dass sie es irgendwann aufgab und abwartete.

Sie hörte mehrere Stimmen vor der Tür, die zu diskutieren schienen. Dann vernahm sie Schritte, welche sich ihrem Zimmer näherten. Sie überlegte einen kurzen Augenblick, ob sie sich weiter bewusstlos stellen sollte, doch kam sie zu dem Entschluss, dass es ihre Gefangenschaft und ihr Leiden nur verlängern würde.

Die Tür wurde aufgestoßen, ihr Blick fiel auf den eintretenden Finrod. Er trug nicht, wie sonst, seine Rüstung, sondern steckte in einer Robe. An seiner Seite trat eine Succubus in den Raum, was Nessa nun vollends verwirrte.

„Wird Zeit, dass du endlich wach wirst, Weib!“ Die Succubus kicherte an seiner Seite, wurde jedoch sogleich von Finrod aus dem Raum gestoßen. „Ich kann dich hier jetzt nicht brauchen, zisch ab!“ donnerte er ihr hinterher. Dann schloss er die Tür, welche mit einem lauten Knall ins Schloss fiel und setzte sich auf den Bettrand.

Nessa versuchte von ihm weg zu rücken, was ihr aufgrund der Fesseln natürlich gründlich misslang.

„Ihr seid nicht Finrod…“ bemerkte Nessa überflüssigerweise. Der Elf lachte schallend auf.
„Was du nicht sagst. Auch schon bemerkt? Ich durfte mich diesem lästigen, verweichlichten Kerl nur annehmen, weil ich ihm ähnelte.“ Sein Blick streifte gelangweilt über Nessa´s Körper, während er weiter sprach.
“Leider hatte der Trottel wohl vergessen zu erwähnen, dass du der Magie mächtig bist, was ihm das Leben und Dich Deine Kleidung kostete.“

Wieder hallte sein widerliches Lachen durch den Raum. Nessa zuckte zusammen. Finrod war nicht mehr am Leben? Warum hatte sie das Blendwerk dieses Elf nicht eher erkannt, hatte nach ihrem Gatten gesucht? Sie hätte spüren müssen, dass es nicht Finrod war, der… Doch sämtliche Vorwürfe brachten ihn nicht ins Leben zurück und sie nicht aus dieser misslichen Lage.

„Was wollt Ihr?“ Nessa musste sich mühen, ihre Stimme fest klingen, ihre Angst nicht anmerken zu lassen.
„Mädelchen, dass weißt du doch, “ Der Elf betrachtete mittlerweile seine Fingernägel, welche derart spitz gefeilt war, wie sie es nie zuvor bei einem männlichen Elf gesehen hatte. „Also, wo ist das Kind?“ Nessa hielt den Atem an. Was konnte er nur von Kìara wollen? Sie war nichts besonderes, hatte keinerlei Fähigkeiten. Warum schien er nur an Kìara derart interessiert?

Als hätte er ihre Gedanken gehört, grinste er sie zynisch an. “Die Kleine ist für Höheres bestimmt, es Dir zu erklären wäre jedoch reine Zeitverschwendung! Also sag mir einfach wo sich das Mädchen aufhält, damit ersparst du Dir Schmerzen und mir Zeit!“ Dass er selbst nicht wusste, warum sein Herr derart auf dieses Kind erpicht war, verschwieg er. Man hatte ihm nur befohlen: *Bring mir dieses Kind* und eben genau das hatte er vor.

Nessa biss die Zähne zusammen. Kìara für zu etwas Höherem bestimmt? Ihre Kleine? Sie mussten sich irren. Sicher lag eine Verwechslung vor, doch wie sollte sie diesem Monster von Elf das erklären?

Der Elf ließ ein gespieltes seufzen von sich und legte sich neben Nessa auf das Bett, spielte erst mit ihrem Haar, bevor er kräftig daran derart zog, dass es ihr die Tränen in die Augen schoss.
„Wirst du nun wohl endlich den Mund aufmachen, oder muss ich etwa nachhelfen?“

Nessa schüttelte den Kopf, was den Elf sichtlich erzürnte… Unendlich lange schienen ihre Schreie durch das Haus zu hallen, dem Haus in dem sie einst so glücklich war. Als sie glaubte, die Schmerzen nicht mehr ertragen zu können, träumte sie sich in die Vergangenheit. Sie sah Kìara vor sich, wie sie mit ihren Vater herumalberte… Dann verblasste das Bild, sie wurde müde, so unendlich müde.

So langsam wurde Renee unruhig. Die Sonne hatte ihren Platz am Horizont längst verlassen, die Dunkelheit legte sich immer mehr über das Land. Immer wieder lief sie beim kleinsten Geräusch aus dem Haus, in der Hoffnung, Nessa würde endlich zurückkehren.

Mit den Fähigkeiten einer Magierin hätte Nessa längst zurück sein müssen. Kìara war, dank eines Tees mit speziellen Kräutern endlich eingeschlafen, würde vor Morgengrauen auch nicht erwachen. Zeit genug, um nach dem Rechten zu sehen, wie sie fand. Doch sie wollte nicht Alleine reisen, so trommelte sie einige Leute zusammen.

Sie machte sich mit zehn weiteren Untoten auf den Weg nach Unterstadt. Wie am Morgen zuvor Nessa, benutzen sie das Portal, nahmen die Strasse Richtung azurblaue Küste. Sie ritten schnell auf ihren Rössern, denn sie wollten vor Morgengrauen wieder zurück sein.

Nessa hatte das Haus derart oft beschrieben, dass sie es schnell fanden. Renee und ihre Mannen hatten Fackeln entzündet, denn im Haus war kein Licht zu erkennen. Mit einem unguten Gefühl ging Renee auf das Haus zu. War Nessa überhaupt angekommen?

Ein älterer Krieger lief voraus, lief systematisch jeden Raum ab. Renee blieb dicht hinter ihm. Als sie Kìara´s Zimmer betraten, die Verwüstung sahen, ahnte Renee bereits, dass ihre Suche kein gutes Ende nehmen würde. Als sie gerade wieder das Zimmer verlassen wollten, sah Renee Kìara´s Puppe auf den Boden liegen und hob sie auf.

Dann hörte sie, wie ein weiterer ihrer Gruppe rief „Wir haben sie gefunden!“ Renee stürzte in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war. Als sie den Raum betrat, Nessa liegen sah, musste sie sich erst abwenden.

Nessa war in einem grausamen Zustand. Unzählige Wunden zierten ihren einst so wunderschönen Körper. Renee stürzte auf ihre Freundin zu, schnitt die Fesseln mit ihrem Messer durch, setzte sich ans Bett und hob den Oberkörper ihrer Freundin hoch, bettete das blutverschmierte Gesicht an ihre Schulter und streichelte den leblosen Hinterkopf. So verharrte sie in stiller Trauer und Wut, bis der Krieger sie sacht an die linke Schulter fasste.
„Renee, wir müssen hier weg!“ Renee nickte. Ungeachtet der Gefahr, es könnte sich noch Jemand in der Nähe befinden, wies sie vier Mannen an, Nessa aufzubahren und mitzunehmen. Ihre Freundin sollte eine letzte Ruhestätte finden. Bevor sie den Heimweg antraten brannten sie das Haus nieder. Es wäre in Nessa´s Sinn gewesen, so dachte Renee.

Der Morgen graute, als sie schweigend in Brill ankamen. Renee wies an, Nessa in einen der unteren Räume aufzubahren. Dann ging sie ~ mit der Puppe in der Hand ~ schwermütig die Treppe hinauf. Wie sollte sie das der Kleinen beibringen?

Als sie die Tür leise öffnete, vermutete sie Kìara noch schlafend, dem war jedoch nicht so. Kiara hatte einen Stuhl ans Fenster geschoben, war hinauf gestiegen und verharrte dort regungslos, aus dem Fenster blickend. Als Renee eintrat, rührte sich die Kleine nicht. Als Renee näher kam, sah sie Tränen in Kìara´s Augen.

Renee wusste nicht, wie ~ aber Kìara schien es schon zu wissen. Renee hielt der Kleinen ihre Puppe hin, doch diese ergriff sie nicht. Ja, sie würdigte der Puppe nicht einmal einen Blick. Renee wusste nicht, was sie sagen, ja was sie tun könnte. Also legte sie die Puppe auf die Fensterbank und zog sich leise zurück. „Wenn Du mich brauchst, werde ich da sein, Kleines!“ flüsterte Renee noch leise. Hatte Kìara unmerklich genickt?

Ein nicht enden wollender Schmerz lag im Raume, doch eines schien hier ein Ende gefunden zu haben: Kìara´s Kindheit.


Mit gesenktem Kopf betrat Renee den Raum, indem Nessa aufgebahrt lag. Sie konnte es immer noch nicht fassen! Unzählige Kerzen, welche entzündet worden waren, erhellten den Raum spärlich.

Renee hatte Nessa gewaschen, ihr eine hübsche rote Robe mit goldener Borte angezogen und ihr Haar gekämmt. Dabei war ihr das Medaillon aufgefallen, welches an Nessa´s Hals hing und in einem grün leuchtete, wie einst ihre Augen. Renee nahm ihrer Freundin das Medaillon ab und steckte es in ihre Schürze.

Nun saß sie vor ihrer Freundin und hielt im Stillen Zwiegespräch. Sie versprach Nessa, Kìara wie ihren eigenen Augapfel zu hüten, sie wie ihr eigenes Kind zu beschützen. Auch machte Renee sich die größten Vorwürfe, schalt sich selbst, Nessa gehen gelassen zu haben. Es war schon Mittag, als sie den Raum verliess, die Richtung zum Friedhof einschlug.

Die Förmlichkeiten waren schnell geklärt. Man wollte Nessa am Abend beisetzen. Die Zeit hatte Renee gewählt, in der Hoffnung nicht zuviel Aufsehen zu erregen.

Müde und abgespannt, schritt sie erneut die Treppe zu Kìara´s Zimmer hinauf. Die kleine Elf hatte nichts gegessen und sich auch sonst den ganzen Tag noch nicht gerührt. Als Renee ins Zimmer kam, war Kìara verschwunden. Renee´s Herz blieb stehen. Das durfte doch nicht wahr sein!

Sie eilte die Treppe hinunter und wollte gerade nach draußen stürzen, als sie von ihrer Köchin, welche an einigen Tagen aushalf, festgehalten wurde. Sie deutete mit dem Kopf in Richtung der Tür, hinter der Nessa aufgebahrt lag. Renee dankte mit einem Nicken und hielt auf die Tür zu.

Was Renee beobachtete zerriss ihr schier das Herz. Kìara stand vor ihrer Mutter, leise schluchzend.
„Mama, das wollte ich nicht! Ich bin schuld, ich bin an allem Schuld. Mama ich habe Dich so lieb! Kannst du nicht wieder aufwachen? Bitte Mama! Ich werde auch immer artig sein.“

Kìara warf sich mit dem Oberkörper auf ihre Mutter und weinte hemmungslos. Renee überlegte, ob sie zu der Kleinen gehen, sie trösten sollte, ließ es aber dann bleiben. Das Kind hatte ein Recht sich von der Mutter Allein zu verabschieden und so manchen Schmerz konnte man nicht abnehmen.

Renee wollte gerade wieder die Tür leise schließen, als sie erneut Kìara´s Stimme vernahm. „Ich mag Minai nicht mehr haben. Sie soll auf Dich aufpassen.“ Kìara legte die Puppe unter den gefalteten Händen ihrer Mutter, bevor sie ihr Köpfchen erneut auf den Schoß ihrer Mutter legte und dort verharrte.

Nun schloss Renee endgültig die Tür, Mutter und Tochter nicht weiter stören wollend. Nachdem sie noch einmal mit ihrer Aushilfsköchin gesprochen hatte, machte sich die Untote auf dem Weg nach Unterstadt. Ungeachtet ihrer persönlichen Trauer hatte sie auch noch andere Gäste, welche Speisen wollten.

Doch sie schlug als erstes den Weg zum Aktionshaus ein, nach angemessener Kleidung für die Beerdigung suchend. Renee wusste nicht, dass Kìara Kleider hasste und erstand ein schlichtes schwarzes Kleid, welches ihr wohl passen sollte. Mit diesen und einigen Lebensmitteln kehrte sie ins Gasthaus zurück.

Nachdem sie die Lebensmittel übergeben hatte, betrat sie erneut den Raum der Trauer. Kiara lag noch immer in gleicher Position bei ihrer toten Mutter. Renee ging auf sie zu, strich ihr übers Haar. „Kleines es wird Zeit. Du musst dich noch umkleiden. Auch kommen Männer gleich, um Deine Mama abzuholen…“

Kìara nickte. Hatte Renee befürchtet, es würde eine Szene geben, die Kleine dazu zu bringen, den Raum zu verlassen und sich für die Beerdigung zurecht zu machen, so wurde sie eines Besseren belehrt.

Kìara ließ sich regungslos waschen und legte auch kein Protest ein, als Renee ihr das schlichte Kleid anzog. Nachdem ihr auch noch von Renee das Haar gekämmt wurde ~ Kìara wollte es offen tragen, wie ihre Mama, stand sie nun auf einem Hocker vor dem Spiegel. *Siehst du, Mama? Ich habe ein Kleid an… nur für Dich* als sie das dachte, schossen ihr wieder die Tränen in die Augen. Warum hatte sie es ihrer Mama stets so schwer gemacht? Und warum hatte sie darauf bestanden, dass Mama Minai holt? Sie war schuld, dass Mama da lag ~ so regungslos, so blass, so kalt!

Das würde sie sich nie verzeihen…

Renee trat hinter ihr und Kìara konnte sehen, dass auch sie sich umgezogen hatte, ein schwarzes Kleid trug. Wortlos legte Renee ihr von hinten das Medaillon um den Hals und verschloss es. Kìara umschloss das Medaillon mit ihrer kleinen Hand, drückte es an ihr Herz, nickte Renee dankbar zu. „Fertig, Kleines?“ Kìara nickte und griff nach Renee´s Hand. Sie stieg vom Hocker hinunter und Beide verließen das Zimmer. Als sie die Treppe hinunter stiegen, glaubte Renee ihren Augen nicht zu trauen.

Ganz Brill hatte sich versammelt, Nessa die letzte Ehre zu erweisen. Sie hatten die Treppe hinauf, bis zur Tür des Gasthauses ein Spalier gebildet. Auch Kìara bekam große Augen, nickte dem einen oder anderen Untoten respektvoll zu.

Draußen vor dem Gasthaus warteten geduldig sechs Untote, welche einen schneeweißen Sarg trugen. Erst als Kìara hinter ihnen getreten war, setzten sie sich langsam in Bewegung.

Ein Jeder sah Kìara nur tapfer. Sie weinte nicht, als man den Sarg in die Erde ließ, sie weinte auch nicht, als mit ihren kleinen Händchen Erde aufhob, diese in das Grab schmiss und flüsterte: „novaer nana ((Lebwohl Mama))

Schweigend liefen sie den Weg zurück ins Gasthaus. Renee hatte mit derart viel Anlauf nicht gerechnet, wollte jedoch wenigstens provisorisch eine Trauerfeier ausstatten. Während die Bevölkerung, welche erschienen war, an den Tischen Platz nahm, stieg Kìara einige wenige Stufen hinauf, bevor sie sich noch einmal zu den Anwesenden umdrehte.

„Mama hätte sich sicher gefreut. Euch Allen meinen Dank!“ Kìara drehte sie sich wieder um, lief die Treppe hinauf und man hörte nur noch wie sich eine Tür leise schloss.
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AW: Dem Schicksal entgegen

So wenn ihr das gelesen habt sagt bescheid ich mach dann weiter >]


Peace out

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Alt 13.08.2008, 12:00   #10
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AW: Dem Schicksal entgegen

Mehr davon! :O

Sehr fesselnde Geschichte!
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