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Alt 10.10.2007, 08:49   #22 (Link)
Tyrena
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Vielen, vielen Dank für eure ganzen Kommentare und das viele Lob! Da weiß ich gar nicht was ich sagen soll...

Deswegen hab ich einfach meinen 200. Post zum Anlass genommen, der Geschichte endlich wieder eine Fortsetzung zu geben. Jedoch muss ich euch warnen, so "spannend" oder "actionreich" wie letztes Mal, wird sie dieses Mal nicht. Aber ihr kennt das ja: Nach einer Mobgruppe, muss man sich erst mal heilen und wieder volltanken Und wir dürfen den Morphi mit seiner Verletzung ja nicht vergessen... Ich hoffe, es gefällt euch trotzdem!


Endlich kommt Dunkelhain in Sichtweite. Morpheus und Tyrena haben den restlichen Weg durch den Dämmerwald ohne weitere Zwischenfälle überstanden. Erst als sie die Wachen vor der Stadt passieren, steckt Tyrena ihre Dolche wieder weg und hält sofort Ausschau nach der Unterkunft eines Priesters. Als sie jedoch nicht gleich fündig wird, fragt sie eine der Wachen vor dem Rathaus: „Werter Wachmann, könnt ihr mir verraten, wo ich in Dunkelhain einen Priester finde? Mein Weggefährte wurde von einer hellgrünen Riesengiftspinne gebissen und braucht Hilfe.“ Etwas irritiert über Tyrenas ruhigen Ton, antwortet der Wachmann jedoch sofort: „Der Priester befindet sich in einer kleinen Holzhütte direkt hinter der Schmiede von Dunkelhain. Dort vorne könnt ihr sie sehen. Aber wie könnt ihr nur so ruhig bleiben? Ihr müsst euch beeilen! Wenn erst die Lähmungserscheinungen eingetreten sind, dann ist eurem Freund nicht mehr zu helfen! Wo wurde er verwundet? Habt ihr jemanden zu seinem Schutz bei ihm gelassen?“ Schnell unterbricht Tyrena den immer panischer werdenden Wachmann: „Keine Sorge, die Erstversorgung habe ich bereits mit einem Gegengift geleistet. Er ist wohlauf und gut zu Fuße, ich möchte lediglich, dass ein richtiger Priester sich noch einmal seine Wunde anschaut.“ Der Wachmann atmet merklich auf: „Wieso sagt ihr das nicht gleich? Viele Fremde, die unwissend nach Dunkelhain wandern, werden von den Riesengiftspinnen attackiert und gebissen. Meist kommen wir zu spät, wenn wir ausrücken, um die Verletzten zu holen. Als wäre das Untote Gesindel im Dämmerwald nicht schon schlimm genug…“

Plötzlich ist ein lautes Gebrüll aus der Schmiede zu hören. Tyrena grinst verlegen den Wachmann an. Diese Stimme kennt sie doch! „Entschuldigt mich bitte…“, murmelt sie kurz und wendet sich dann ab. Schnellen Schrittes bewegt sie sich auf die Schmiede zu. Als sie diese betritt, sieht sie den schnaubenden Morpheus, wie er scheinbar einen Schmiedelehrling beschimpft: „Wozu trage ich denn eine solche Rüstung? Sicher nicht, damit große Spinnen mir diese einfach vom Leibe reißen können! Ich verlange eine sofortige Reparatur!“ „A-aber gewiss werter Herr. I-i-ich werde sehen, w-was ich tun kann!“, schnell wendet der Lehrling sich um und rennt durch den Hinterausgang der Schmiede ins Freie. Noch bevor Morpheus ihm etwas hinterher rufen kann, meldet sich Tyrena zu Wort, die noch immer unbemerkt hinter Morpheus steht: „Man darf euch wirklich keinen Moment aus den Augen lassen.“ Sofort wendet Morpheus sich um und schaut in das schmunzelnde Gesicht von Tyrena, die mittlerweile die Arme in die Seiten gestemmt hat. „Nun, ihr habt mich ja einfach stehen lassen, da dachte ich mir, ich gehe mich um die wichtigen Angelegenheiten kümmern!“, entgegnet er mit einem Zwinkern. „Ach ja, eure Gesundheit ist natürlich nicht so wichtig wie eure Rüstung. Und ein armer, unschuldiger Schmiedelehrling ist auch sicher am Versagen eurer Rüstung schuld.“, meint sie voller Ironie und zieht dabei eine Augenbraue hoch.

Morpheus will darauf gerade reagieren, als von hinten eine andere Stimme zu hören ist: „Na was ist denn hier los? Wer hat den armen Burschen denn so in Angst und Schrecken versetzt?“ Wieder wendet Morpheus sich um und erblickt diesmal einen alten Zwerg mit grau-weißem, langem Bart, der einen Schmiedehammer auf der Schulter trägt. Etwas erleichtert und nicht mehr so aufbrausend antwortet Morpheus: „Bei einem Schmied gleichen Formates fühle ich mich doch gleich wohler. Aber bei solchen Bohnenstangen als Lehrlinge wundert es mich nicht mehr, wenn so etwas zu Stande kommt!“ Er reicht dem Zwergenschmied seine kaputte Armschiene, welcher sie sofort begutachtet. Nach kurzer Zeit beginnt er zu seufzen: „Nun, die Platte selbst ist sauber gefertigt, eine gute Schmiedearbeit. Doch die Lederverschlüsse gefallen mir nicht. Ihr solltet euch wohl besser bei eurem Lederer beschweren gehen.“

Etwas irritiert hat Tyrena das Geschehen verfolgt: „Ich dachte, ihr seid ebenfalls Schmied Morpheus?“ Er blickt über die Schulter und nickt: „Das stimmt auch, jedoch bin ich erst auf dem Weg ein fähiger Rüstungsschmied zu werden. Diese hier habe ich mir von einem anderen Schmied in der Eisenschmiede anfertigen lassen.“ Wieder meldet der Zwergenschmied sich zu Wort: „Ich könnte euch ein Angebot machen werter Herr. Wenn ihr interessiert seid, würde ich eure Rüstung gerne überarbeiten. Ich habe einige Lederverschlüsse vom Lederer meines Vertrauens hier. Ich könnte eure ersetzen. Außerdem gibt es eine Möglichkeit die Lederbänder mit Metall zu verstärken, damit der Halt verbessert wird. Es kann allerdings sein, dass das Tragen dadurch ein wenig unangenehmer wird.“ „Und wieso hat der andere Schmied das nicht erledigt, wenn es doch möglich ist?“, wirft Tyrena unverhohlen in den Raum. „Nur fähige Rüstungsschmiede sind in der Lage das Leder mit Metall zu verstärken, ohne es dabei zu zerstören. Außerdem ist dieses Verfahren selbst nicht jedem Rüstungsschmied bekannt.“, antwortet der Zwergenschmied, der Morpheus noch immer erwartungsvoll anschaut. „Und es ist eine Frage des Preises…“, ergänzt Morpheus die Ausführungen. „Der Preis ist egal, ihr müsst jetzt erst einmal zu einem Priester. Eure Rüstung werdet ihr heute sowieso nicht mehr brauchen.“, entgegnet Tyrena sofort und meint dann mit Blick zum Schmied gewandt: „Werter Schmied, ihr könnt die Rüstung in ein paar Augenblicken haben und beim Priester nebenan abholen. Ich muss diesen Herren hier nur noch dorthin bewegen.“ Mit einem schelmischen Grinsen schaut sie Morpheus an und zeigt dann auf den Ausgang der Schmiede: „Hättet ihr die Freundlichkeit voranzugehen Morpheus?“ „Aber sehr gerne doch, werte Tyrena.“, entgegnet ihr Morpheus, der ebenfalls ein Grinsen unter seinem Bart zeigt und voranschreitet.

Gerade als Morpheus den ersten Schritt in die Holzhütte setzen will, hallt ihm von innen eine Stimme entgegen: „Tretet ruhig ein meine Lieben. Ich hoffe, ich kann euch einen guten Dienst erweisen.“ Morpheus verzieht ein wenig das Gesicht, betritt aber dennoch den Raum. Er ist kein großer Freund von Wesen, die sich der Kunst der Heilung verschrieben haben. Schon zu oft sind Freunde in den Händen eines Priesters gestorben, als dass er ein großes Vertrauen zu ihnen aufbauen könnte. Jedoch kennt er Tyrena mittlerweile so gut, dass er genau weiß, dass sie ihn nicht in Ruhe lassen würde, wenn er diesen Besuch verweigert. Kaum sind beide eingetreten, erscheint ein großer, älterer Herr wie aus dem Nichts. Er trägt ein weißes Gewand, welches zu seinem ebenfalls weißen Bart passt, während die Haare auf dem Kopf wohl das Zeitliche gesegnet haben.

„Seid gegrüßt, werte Dame, werter Herr. Welches Anliegen führt euch zu mir?“ „Das Höhlenvolk zum Gruße“, erwidern Tyrena und Morpheus, wobei es Morpheus ist, der dann weiter spricht: „Hättet ihr die Güte, diese Wunde noch einmal zu betrachten?“ Er beginnt den Verband an seinem linken Arm abzuwickeln: „Ich wurde auf dem Weg hierher von einer hellgrünen Riesengiftspinne gebissen und die Dame hinter mir hat mir ein Gegengift verabreicht.“ Er zögert kurz und spricht dann weiter: „Und ich fürchte, sie wird nicht ruhen können, bevor ihr ein Urteil über die Wunde und ihre Versorgung gefällt habt.“ „Sehr gerne werde ich eure Wunde betrachten.“, antwortet der Priester kurz, „Wenn ihr mir bitte folgen würdet.“ Er verschwindet in einem weiteren Raum. Noch während Morpheus und Tyrena ihm folgen, brummelt Tyrena: „Dafür, dass ihr nun solch große Sprüche macht und meine Besorgnis abtut, habt ihr heute Mittag jedoch doch noch einen ganz anderen Eindruck gemacht!“

„Wenn ihr so nett wärt, euch eurer Rüstung zu entledigen und euch auf diese Liege zu legen, damit ich euch untersuchen kann.“, meint der Priester, während er einen seiner Schränke öffnet und ein paar Tinkturen herausholt. Wortlos beobachtet ihn Tyrena, als er einige davon zusammen mischt und schließlich einen Mörser hervorholt. Im Hintergrund ist das Klirren von Morpheus Rüstung zu hören, während er sich dieser entledigt. Der Priester nimmt nun ein paar scheinbar frische Kräuter, zerkleinert sie mit dem Mörser und gibt sie der Tinkturmischung hinzu.

Morpheus hat es sich mittlerweile auf der Liege bequem gemacht. „Na dann lasst mich doch einmal schauen.“, der Priester nimmt ein angefeuchtetes Leinentuch und wischt damit zunächst das getrocknete Blut von der Wunde, bevor er sie sich näher betrachtet. Vorsichtig zieht er mit den Fingern die verletzte Stelle noch etwas auseinander. „Was haben wir denn hier?“, meint er nach kurzer Zeit. „Nun, die werte Dame hat euch gut versorgt. Ihr werdet keine bleibenden Schäden durch das Spinnengift haben. Da hattet ihr wirklich Glück! Ich hatte schon ganz andere Fälle auf meiner Liege…“, er seufzt kurz. „Doch da ist etwas anderes, was mir nicht gefällt. Es scheint, als hätte der Giftbiss noch etwas anderes zu Tage gefördert. Lasst mich einmal nachsehen.“, er steht kurz auf, holt ein merkwürdig aussehendes Metallgerät, welches einer Zange ähnelt und nimmt wieder neben Morpheus an der Liege Platz. „Das könnte jetzt etwas unangenehm werden“, meint er zu Morpheus, während dieser schon einen Schmerz im Arm verspürt. Kurz darauf legt der Priester etwas Glänzendes samt Zange auf den Tisch neben sich. Hastig nimmt er eine Binde und tunkt diese in die bereitgestellte Tinktur. Er dreht sie kurz aus und wickelt sie sofort fest um den Arm von Morpheus.

Als der Verband fertig ist, hält er das zangenähnliche Werkzeug wieder hoch und betrachtet, was er so eben aus Morpheus Arm entnommen hat. „Ihr hattet wohl Glück im Unglück werter Herr Zwerg. Das hier ist eindeutig das Stück einer Klinge. Ich vermute nicht, dass diese von der Spinne stammt. Kann es sein, dass ihr vor nicht all zu langer Zeit schon einmal an diesem Arm eine Wunde davon getragen und den Besuch eines Heilers gemieden habt?“ Während Tyrena etwas geschockt zu Morpheus schaut, antwortet dieser: „Nun, ich hatte eine etwas unerfreuliche Begegnung auf meiner letzten Schiffsreise nach Menethil…“ Sofort wird er von Tyrena unterbrochen: „Aber wieso habt ihr nichts gesagt? Hätte ich das gewusst…“ Doch dann bricht Tyrena ihren Satz ab, den Rest möchte sie lieber mit Morpheus allein klären. Langsam kommt sie etwas näher, um sich das Stück der Klinge genauer zu betrachten, während der Priester nun weiterredet: „Ihr könnt fast dankbar für den Spinnenbiss sein mein Herr, diese Klinge hätte euch sonst noch mehr Übel bereitet!“

Tyrena betrachtet das glänzende Stück Metall eingehend. Obwohl es nur die Größe ihres Daumennagels hat, so weist es doch eindeutige Merkmale einer Klinge auf. Die Form der Spitze verrät ihr schließlich die Art: „Das war nicht irgendeine Klinge! Ich kenne diese Klingenart sehr gut! Dies war ein Dolch, ein Schurkendolch!“
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